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Adventsflüsterei XX: „Eine andere Weihnachtsgeschichte“ von Heinrich Albertz

Wenn der Weihnachtsfriede auf vier Pfoten durch die Haustür huscht: „Eine andere Weihnachtsgeschichte“ von Heinrich Albertz.

"Eine andere Weihnachtsgeschichte" von Heinrich Albertz (1981) by Lena Kettner

Diese sehr schöne Weihnachtsgeschichte über Fips, den Hund der Familie Albertz, aus dem Jahre 1981 habe ich in dem Buch „Kinderweihnacht“ von Sybil Gräfin Schönfeldt gefunden. Heinrich Albertz, regierender Bürgermeister von Berlin zwischen 1966 und 1967, wurde 1915 als Sohn des Oberkonsistorialrates und königlich-preußischen Hofpredigers Hugo Albertz und seiner Ehefrau Elisabeth in Breslau geboren.

Nach seinem Theologiestudium in Breslau, Halle und Berlin praktizierte er ab 1939 als Vikar und evangelischer Pastor in Breslau und in Kreutzburg/Oberschlesien. Von 1939 bis 1941 war Albertz als Pfarrer der Bekennenden Kirche oftmals Repressalien seitens der Nazis ausgesetzt. 1941 wurde er erstmals verhaftet. 1943 hatte ein Fürbitte-Feldgottesdienst für Martin Niemöller eine abermalige Verhaftung und eine Inhaftierung im Wehrmachtgefängnis der Festung Glatz zur Folge.

1946 trat Heinrich Albertz in die SPD ein und wurde 1947 als als erster Flüchtlingsabgeordneter in den Niedersächsischen Landtag gewählt. Er wurde Mitglied des Flüchtlingsrates der Britischen Zone und 1948 in den Flüchtlings-Beirat beim SPD-Parteivorstand berufen. Am 9. Juni 1948 wurde Heinrich Albertz Flüchtlingsminister des Landes Niedersachsen in der Regierung Kopf, ab Juni 1951 kam das Sozialressort hinzu.

Willy Brandt holte Heinrich Albertz Mitte der 50er-Jahre nach Berlin, wo er vom Senatsdirektor zum Innensenator aufstieg und im Dezember 1966 als Nachfolger Willy Brandts regierender Bürgermeister der Stadt wurde. Als Albertz Anfang Juni 1967 den Schah von Persien, Mohammed Reza Pahlavi, in Berlin empfing, sah er sich mit massiven Protesten von Studenten konfrontiert, die gegen das gewalttätige Regime im Iran auf die Straße gingen. Am Abend des 2. Juni wurde der Student Benno Ohnesorg inmitten der protestierenden Menge erschossen – sein tragischer Tod zwang Albertz dazu, von seinem Amt als Bürgermeister zurückzutreten.

In der Folge vollzog er einen Wandel von einem eher konservativen Politiker zurück zu einem kritisch denkenden und handelnden Pfarrer, was ihn für die außerparlamentarische Opposition zu einem wichtigen Ansprech- und Verhandlungspartner machte.


Mit diesem Eintrag endet mein Adventsflüsterei-Projekt 2021. Ich wünsche euch allen inmitten dieser schwierigen, unsicheren Wochen ein hoffentlich erholsames Weihnachtsfest mit euren Familien und viel Gesundheit und Zuversicht im neuen Lebensjahr! Eure Lena

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