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Adventsgeflüster #17: Weihnachtstraditionen in Neuseeland

Gerade bin ich hoch über den Wolken auf dem Weg nach Neuseeland, wo Weihnachten vor allem eines bedeutet: Sommer, Sonne, Strand…

Meine große Liebe zu Neuseeland begann, als ich vor 15 Jahren zum ersten Mal meine neuseeländische Brieffreundin Julia besuchte. Damals war Winter in Neuseeland und erinnere mich gut daran, wie ich die gute alte Zentralheizung zu Hause in Deutschland vermisste. Ansonsten aber hatte ich die Zeit meines Lebens in Aotearoa, dem Land der langen weißen Wolke, wie die Māoris Neuseeland nennen. Nie wieder bin ich so gerne und freiwillig zur Schule gegangen wie hier, wo ich mich an manchen Tagen an der Samuel Marsden Collegiate School mit ihren vielen verschiedenen „Houses“, die beispielsweise beim „House Singing“ oder im Sport gegeneinander antraten, wie in einem Harry Potter-Roman fühlte.

Ja, das rechts bin tatsächlich ich 🙂

Nun kehre ich 2018 zurück nach Aotearoa, dem Land der langen weißen Wolke, um meine Freundin Julia wieder für längere Zeit zu besuchen. Zum zweiten Mal in meinem Leben verbringe ich Weihnachten nicht mit meiner Familie – so anders und ungewohnt das ist, so sehr freue ich mich auf die Feiertage bei strahlendem Sommerwetter. Weihnachten liegt in Neuseeland mitten in der Haupturlaubszeit der Kiwis. Das bedeutet, dass viele Familien direkt danach in ihren Sommerurlaub starten. Am 24. Dezember („Christmas Eve“) besuchen viele Neuseeländer eine abendliche Weihnachtsmesse. Die von den christlichen Kirchen (in Neuseeland sind das die anglikanische, die römisch-katholische und die presbyterianische) angebotenen Mitternachtsmessen ziehen etwa ein Viertel der Neuseeländer an. Um den auch bei neuseeländischen Kindern geschätzten Santa Claus freundlich zu stimmen, halten selbst ältere Kinder Kekse und ein Glas Milch über Nacht für ihn bereit.

Der 25. Dezember („Christmas Day“) steht dann ganz im Zeichen der Familie. Mittags trifft man sich am Strand zum Picknick oder zum BBQ. Zum sommerlichen Weihnachtsdinner wird ein Christmas Turkey oder leichtere Fleischsorten wie Lamm oder das „Beef Wellington“ serviert -ein Gericht aus gebratenem Rinderfilet, das mit einer Farce aus Pilzen, Schalotten, Kräutern und Gewürzen bestrichen, anschließend in Blätterteig eingerollt und goldbraun gebacken wird. Als Dessert wird oft eine sogenannte „Pavlova-Torte“ – eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus einer Baisermasse – oder ein englischer Christmas Pudding serviert.

Classic Christmas Pavlova , © bite.co.nz

Statt einer Tanne gibt es in Neuseeland den Pohutukawa Baum. Man bezeichnet den Eisenholzbaum bezeichnet auch als „Neuseeländischen Weihnachtsbaum“. Pünktlich zum Fest erstrahlen seine Blüten in leuchtendem Rot. In den Häusern der Kiwis hingegen findet man vor allem Plastikbäume – schließlich sollen ei. Weihnachtsbaum vor allem praktisch sein und ohne Licht funktionieren. Die Geschenke darunter werden am 25. Dezember morgens oder abends ausgepackt. Der Tradition nach hat Santa Claus sie über Nacht durch den Schornstein gebracht.

Am 25.12. lauscht man in den meisten Haushalten der TV-Weihnachtsansprache der englischen Königin, dem Staatsoberhaupt Neuseelands. Die englische Tradition des am 26. Dezember stattfindenden „Boxing Day“ pflegt man man auch am anderen Ende der Welt. Einige führen den „Boxing Day“ auf die frühere Gewohnheit zurück, dass Wohlhabende Geschenke für Ärmere packten („boxing“), während andere auf das am 26. Dezember übliche Stürmen von Einzelhandelsgeschäften verweisen, um Geschenke umzutauschen oder besondere Schnäppchen zu ergattern. Die Kiwis stürzen sich am Boxing Day mit großer Vorliebe in die Geschäfte und Shopping Malls, weil dort viele Superschnäppchen-Angebote auf sie warten. Ich bin sehr gespannt, ob mich als Shopping-Muffel an diesem Tag auch das Einkaufsfieber packt…

Ich werde euch von meinem ersten Weihnachtsfest in der Sonne noch ausführlich berichten in den nächsten Wochen!

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