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Instagram #Live mit Büke Schwarz

2020 veröffentlichte die Illustratorin und Autorin Büke Schwarz mit „Jein“ im Jaja Verlag ihre erste Comicerzählung, in der es unter anderem um ihre deutsch-türkische Identität, die Frage nach der richtigen politischen Haltung von Künstlern, die Wechselwirkungen zwischen Kunst und und Politik und um die Filminstallation „Manifesto“ von Julian Rosefeldt geht.

„Kunst hat mit Moral nichts zu tun. Und mit Demokratie auch nicht. Kunst ist Kunst“, sagt der Künstler Robert in einem hitzigen Gespräch zu seiner Kollegin Elâ Wolf. Einige Monate zuvor haben die zwei Preisträger der Goldmund-Stiftung zusammen mit zwei anderen Künstlern eine Ausstellung unter dem Titel „Jein“ organisiert. Als sie sich bei einer Demonstration anlässlich der Freilassung des von Februar 2017 bis Februar 2018 inhaftierten deutsch-türkischen Schriftstellers Deniz Yücel wieder begegnen, prallen zwei unterschiedliche Anschauungen in Bezug auf das Wesen politischer Kunst aufeinander.

2020 veröffentlichte die Illustratorin und Autorin Büke Schwarz mit „Jein“ ihre erste Comicerzählung, in der es unter anderem um die deutsch-türkische Identität ihrer Protagonistin Elâ Wolf, die Frage nach der richtigen politischen Haltung von Künstlern, die Wechselwirkungen zwischen Kunst und und Politik und um die Filminstallation „Manifesto“ von Julian Rosefeldt geht.

Eigentlich ist Elâ, die in Berlin lebt, bis zum 16. April 2017 – dem Tag des berüchtigten Verfassungsreferendums in der Türkei, mit dem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Demokratie in der Türkei aushebelte – der Meinung, dass ihre deutsch-türkische Identität nichts mit ihrer Kunst zu tun hat.

Mit dem Sieg der „JA”-Fraktion sieht sich Elâ zum ersten Mal mit der politischen Wirklichkeit in ihrem zweiten Zuhause konfrontiert und stellt sich die Frage, ob sie sich mit dortigen gesellschaftspolitischen Lage künstlerisch auseinandersetzen muss.

Das Interesse der Künstlerin Büke Schwarz für gesellschaftspolitische Themen schlägt sich nicht nur in „Jein“, sondern auch auf ihrem Instagram-Kanal nieder: Dort hat sie in den vergangenen Monaten unter anderem eine Illustration zum Jahrestag des Attentats von Hanau veröffentlicht oder eine Illustration, mit der sie auf eine Demonstration in Berlin im Februar 2021 hinwies, auf der die Solidarität mit demonstrierenden Student*innen der Boğaziçi-Universität in Istanbul bekundet wurde.

Liebe Büke, du bist für mich in diesen wenigen Monaten, in denen ich dich kenne, zu einer sehr wichtigen Inspirationsquelle geworden. Mit dem Wort „Jein“, nach dem du deine Comicerzählung benannt hast, verbinde ich deine kluge, reflektierte und stets ausgewogene Sicht auf politische Ereignisse und ihre Folgen für die Gesellschaft. Vielen Dank für diesen Live-Talk und bis hoffentlich bald live und in Farbe in Berlin oder in München!

Zum Schluss noch ein wunderbares türkisches Sprichwort, das Büke in ihrem Live-Talk zitiert hat:

Bir lisan, bir insan. Iki lisan, iki Insan
„Eine Sprache, ein Mensch. Zwei Sprachen, zwei Menschen“


Mehr Informationen über Büke Schwarz: 

https://www.buekeschwarz.com/
https://www.jajaverlag.com/autoren/b%C3%BCke-schwarz/

Instagram @buekeschwarz // Twitter @BukeSchwarz

Jein

von Büke Schwarz

Klappenbroschur mit Hochprägung
19 x 27 cm, 232 Seiten in S/W
Kapitelintros in Farbe

ISBN 978-3-946642-82-4

 

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