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#Interview mit dem Komponisten Arash Safaian

© Gregor Hohenberg

Arash Safaian, einer der spannendsten zeitgenössischen Komponisten hierzulande, veröffentlichte vor wenigen Monaten sein hochgelobtes Album „This is (not) Beethoven“: Ein Interview mit über Beethoven und Bach, den Begriff „klassische Musik“ und den Mut, sich als Musiker von zu vielen Erwartungen freizumachen.


Als ihr Sohn Viktor Jenkins (Tom Schilling) in Jan-Ole Gersters Film „Lara“ (2019) die ersten Takte seines selbstkomponierten Klavierkonzerts anstimmt, kann sich Lara (Corinna Harfouch) der emotionalen Kraft dieses Werks nicht entziehen. Dabei hatte sie Viktor kurz vor dem wichtigsten Konzert seines Lebens ganz sachlich und nüchtern mit auf den Weg gegeben, dass sein Hauptthema sehr eingängig, „vielleicht etwas zu eingängig“ sei.

„Zu eingängig im Sinne von zu gefällig? Zu einfach?“

„Wenn du so willst, ja. Zu musikantisch“. 

Während der Starpianist die Vorführung seiner Eigenkomposition für Klavier und Streicher an jenem Konzertabend auf den zweiten Teil nach der Pause verschiebt, glaubt Lara die Buhrufe der Zuschauerinnen und Zuschauer bereits vorauszuahnen. Das Publikum jedoch ist begeistert von Viktors berührender Musik.

In Jan-Ole Gersters Film „Lara“ wird ein Klavierkonzert zum Symbol für die Befreiung eines erfolgreichen jungen Pianisten aus einer Spirale aus Perfektionismus, Erwartungshaltungen und Druck. Seit seiner Kindheit hatte Musik für Viktor weniger etwas mit Freude und freier Entfaltung, als mit Leistungs- und Opferbereitschaft zu tun. Seiner Mutter Lara – eine Klavierlehrerin, der die große Karriere verwehrt blieb – gelang es zwar, ihren Sohn zu beruflichen Höchstleistungen zu motivieren: Doch sie schaffte es nicht, durch die Musik eine echte Bindung zu Viktor aufzubauen.

Es ist vor allem der Soundtrack des Komponisten Arash Safaian, der „Lara“ zu einem sehr gelungen Porträt über eine Frau macht, für die der emotionale Zugang zu einem musikalischen Werk den Wert desselbigen schmälert.

Mit der deutsch-japanischen Pianistin Alice Sara Ott fanden Gerster und Safaian die ideale Interpretin für Viktors Klavierkonzert: Denn Ott gelingt in nicht nur in ihren Konzerten, sondern auch in ihrer Interpretation dieses extra für den Film komponierten Konzertes, technische Präzision mit einer großer Leidenschaft und Experimentierfreude zu verbinden.

Im vergangenen Jahr erhielt Arah Safaian für den außergewöhnlichen Soundtrack zu „Lara“, zu dem neben dem Klavierkonzert von Viktor auch  Klavierkompositionen von Chopin, Bach oder Ludwig van Beethoven zählen, den Bayerischen Filmpreis 2019 in der Kategorie Filmmusik – eine Auszeichnung, die in dieser Kategorie nur in sehr ausgewählten, herausragenden Fällen vergeben wird.

Der Bayerische Filmpreis ist nur eine von diversen Auszeichnungen für einen der derzeit spannendsten Komponisten und Künstler im europäischen Raum. 1981 in Teheran geboren, wuchs Safaian als Sohn des bekannten iranischen Künstlers Ali Akbar Safaian, einem bedeutenden Vertreter der Iranischen Moderne, in der Nähe von Bayreuth auf. Nach dem Abitur orientierte er sich Safaian zunächst in Richtung Bildende Kunst und studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Anschließend begann er ein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik und Theater München bei Jan Müller-Wieland und Pascal Dusapin sowie ein Studium der Komposition für Film und Medien bei Enjott Schneider.

Als Komponist schuf er anschließend zahlreiche Werke für Orchester und Ensemble sowie Opern wie „on the beach“, die anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums der Oper „Einstein on the Beach“ von Philip Glass unter der Regie von Robert Wilson und Egill Sæbjörnssonam am Baryshnikov Arts Center in New York uraufgeführt wurde. 2017 fand zum 50. Todestag von Benno Ohnesorg die Uraufführung von Safaians Oper „Der Schuss – 2.6.1967“ an der Neuköllner Oper in Berlin statt.

Der Künstler ist Preisträger des Kompositionspreises der Franz Josef Reinl-Stiftung Wien, des Günther Bialas-Kompositionswettbewerbs sowie des Kulturpreises Bayern und er war Stipendiat der Villa Concordia Bamberg, der Stadt München und der Cité des Artes in Paris. 2016 feierte er gemeinsam mit dem Pianisten Sebastian Knauer einen Sensationserfolg mit dem Album „ÜberBach“. Die CD schaffte es in die regulären Album-Charts und wurde 2017 mit dem ECHO Klassik in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ ausgezeichnet.

Arash Safaian und Sebastian Knauer © Gregor Hohenberg

Wer wie ich die Gelegenheit hat, mit Arash Safaian ins Gespräch zu kommen, für den tun sich vollkommen neue Welten jenseits musikalischer Konventionen und Labels auf. Safaians Musik passt in keine Schublade – schon gar nicht in die der „Neoklassik“, als dessen Vertreter er immer wieder gerne zitiert wird. Anfang Oktober kam ich in der Brasserie Oskar Maria des Münchner Literaturhauses mit Arash Safaian ins Gespräch über sein großes Vorbild Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Instagram und seine künstlerische Vision.

 

Ich habe auf der Instagram-Seite von „This is (not) Beethoven“ sehr witzige Videos von Pablo Picasso, Kung Fu-Kämpfern oder Looney Tunes-Charakteren entdeckt. Was hat es damit auf sich?

Die Videos sind Teil einer Marketing-Kampagne unseres Labels Modern Recordings, die es in dieser Art und Weise nicht oft im Bereich der klassischen Musik gibt. Daher finde ich sie umso spannender! Ich bin durch diese Kampagne überhaupt erst auf Instagram aktiv geworden.

Mit dem Plan, der neue Super-Influencer des Klassikmarkts zu werden?

Dazu eigenen sich Instrumentalisten viel besser (lacht). Ich finde es eher anstrengend, mir zu überlegen, was ich als nächstes posten könnte.

Instagram mag ein Medium der Eitelkeiten sein. Aber siehst du für klassische Musiker wie dich nicht auch eine Chance, neue Zielgruppen zu erschließen?

 Ja – aber nur, wenn man wirklich neue Ideen für die digitale Vermarktung seiner Inhalte entwickelt. Man muss sich trauen, Inhalte zu posten, die auf den ersten Blick nicht klassisch codiert sind.

Den Begriff „Klassische Musik“ finde ich seit jeher schwierig. Schließlich waren die heute als „klassisch“ geltenden Komponisten die musikalischen Rebellen ihrer Zeit schlechthin.  

In früheren Jahrhunderten gab es die Trennung zwischen ernster Musik und Unterhaltung nicht. Heutzutage denken wir sehr stark in vorgefertigten Kategorien, was ich als ein großes Problem der Klassik ansehe. So wunderbar gewachsene Traditionen sein mögen: Wenn sich die klassische Musik nicht weiterentwickelt und verändert, wird sie irgendwann zu einer Art Brauchtum.

Während man früher in ein gut sortiertes Fachgeschäft wie die Klassikabteilung von Ludwig Beck gehen musste, um sich eine Beethoven-Einspielung zu kaufen, reicht heute ein Klick bei Youtube oder Spotify.  

Dieser schnelle Zugang zu klassischem Repertoire hat große Vorteile. Zum Beispiel denjenigen, besser Vergleiche ziehen zu können zwischen verschiedenen Aufnahmen bzw. Herangehensweisen eines Werkes. Allerdings führt das Überangebot sicher auch zu einer abnehmenden Aufmerksamkeit der Hörer und zu einer Art Sättigungsgefühl, das irgendwann den Wunsch nach etwas völlig Neuem aufkommen lässt.

Würdest du dich trotz deines Wunsches, Denkmuster aufzubrechen und ungewöhnliche Wege zu wagen, als klassischen Komponisten bezeichnen?

Ich begreife mich vor allem als Künstler, der musikalische Werke für Instrumente, Klangkörper und Orchester erschafft. In 30 Jahren wird man meiner Meinung nach nicht mehr in der „klassischen“ Form von meinem Beruf sprechen.

Sondern?

Die Vorstellung, dass Musik einzig und allein dadurch entsteht, dass wir still und allein in einem Kämmerchen sitzen und Noten setzen, ist sehr überholt. Die Entwicklung und der Facettenreichtum dieses Berufes werden dazu führen, dass man Menschen, die Musik erschaffen, viel mehr als Künstler, denn als Komponisten begreift.

Wenn man heute die jungen Musiker im Bereich der klassischen Musik beobachtet, ist bei ihren Bühnenauftritten ein starkes Interesse an der Gestaltung eines Gesamtkunstwerkes aus Raum, Licht und Ton erkennbar.

Ich finde diese Experimentierfreude großartig! Denn es geht diesen Musikern nicht darum, die Tradition zu zerstören, sondern sie mit ihren Mitteln und Möglichkeiten für die Jetzt-Zeit zu interpretieren.

Du hast nach der Schule Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert. Ist die Komposition eines neuen musikalischen Werks für dich immer auch ein bildnerischer Schöpfungsakt?

Komponieren hat viel mit Struktur zu tun und ist damit etwas sehr Visuelles für mich. Es ist ein wenig wie in der Mathematik: Was ich aufs Papier bringe, ist zunächst einmal eine mathematische Formel, die aus aus einer Vorstellung von Musik entsteht. Formeln können meist visualisiert werden und beinhalten eine Struktur. So ist es auch in der Musik. Jeder klanglichen Vorstellung liegt eine Struktur und somit eine Formel zugrunde. Sonst wäre alles nur Chaos.

Wie frei kannst du dich von der Idealvorstellung, wie dein Stück nachher interpretiert werden sollte, machen?

Die Interpretation ist und bleibt eine Annäherung ihres jeweiligen Interpreten. Ich kann meine Arbeit in vielerlei Hinsicht mit der eines Architekten vergleichen: Man hat auf dem Papier eine klare Vorstellung, wie ein Haus aussehen soll. Dann betritt es plötzlich jemand anders und sieht, wie hoch die Decken sind und was für eine Wirkung von den einzelnen Räumen ausgeht. Deshalb ist es sehr spannend, zu beobachten, was Musiker in meinen Kompositionen sehen und wie sie damit auf der Bühne umgehen.

Die Musik von Ludwig van Beethoven begleitet dich von frühester Kindheit an. Mit welchem seiner Werke verbindest du deine intensivsten Erinnerungen?

Mit seinem 3. Klavierkonzert und mit seinem Violinkonzert. Beethoven war in meiner Kindheit und zum Teil auch in meiner Jugend der wichtigste musikalische Wegbegleiter in meinem Leben.

Welcher Komponist hat dich danach am meisten beeinflusst?

Johann Sebastian Bach. Unbewusst hat mich Beethoven vielleicht noch mehr geprägt, aber bewusst war es Bach.

Würde Beethoven heute eher dein Album „ÜberBach“ oder dein Album „This is (not) Beethoven“ streamen?

Wenn Beethoven heute noch leben würde, wäre er vermutlich kein klassischer Komponist. Er würde wahrscheinlich eher Rockmusik machen, als klassische Werke zu streamen.

Irgendwann kam es deinerseits zu einem Bruch mit Beethoven und du hast dich jahrelang nicht mehr mit seinen Werken beschäftigt. Was macht seine Musik jedoch so einzigartig, dass es sich für dich lohnte, sie als Komponist für dich wiederzuentdecken?

Beethovens Werke sind emotional unglaublich intensiv. Inmitten all der Lobeshuldigungen im Jubiläumsjahr 2020 darf man jedoch nicht vergessen, dass Beethoven auch eine ganze Reihe schwächerer Stücken geschrieben hat. Er war eben ein Arbeitstier, ein Mensch mit Fehlern und Schwächen – und kein musikalischer Gott.

War Johann Sebastian Bach im Gegensatz zu ihm dieser musikalische Gott? 

Er hatte meiner Meinung nach als einziger dieses Gen in sich und schrieb kein Stück, das nicht außerordentlich ist. Bei Beethoven hingegen ist die große menschliche Entwicklung, die er im Laufe des Lebens durchmachte, immer in seinen Werken hörbar.

 „Alle meine Noten bringen mich nicht aus den Nöten, und ich schreibe Noten überhaupt nur aus Nöten“, hat Ludwig van Beethoven einmal gesagt. Gilt diese Aussage auch für dich?

Wenn ich in Nöten wäre, würde ich glaube ich einen rentableren Beruf ergreifen (lacht). Musik hatte für mich in einer Welt, die vor allem nach rationalen, wissenschaftlichen Prinzipien organisiert ist, etwas Magisches an sich. Ein Grund, warum ich mich relativ früh für Kunst begeistert habe, war sicherlich auch, dass ich von klein auf in meinem Elternhaus mit Kunst und Kultur sozialisiert wurde.  

Ich wurde im vergangenen Jahr durch deine Filmmusik für Jan-Ole Gersters Drama „Lara“ auf dich aufmerksam. Sie hat mich sehr beeindruckt, weil sie eine emotionale, aber keine emotionalisierende Funktion im Film einnimmt.

Als Jan-Ole zum ersten Mal auf mich zukam, hatte er noch keine Szene seines Films gedreht. Es ging zunächst darum, ein Klavierkonzert für Victor, den Sohn der Hauptfigur Lara, zu komponieren. Es war eine wirklich einmalige Chance für mich, ein Stück schreiben zu dürfen, das auf der Leinwand uraufgeführt wird.

Hat Jan-Ole Gerster ein besonderes Gespür für die Wirkung von Musik im Film?

Ja, absolut. Er respektiert uns Künstler auf eine besondere Art und Weise. Film bedeutet für ihn Teamwork im Sinne einer künstlerischen Hingabe jeder teilhabenden Sparte und nicht im Sinne einer Dienstleistung derjenigen Menschen, mit denen er zusammenarbeitet.

Was war neben „Lara“ ein weiterer markanter beruflicher Wendepunkt in deinem Leben?

Ich denke „ÜberBach“. Es bedurfte damals eines gewissen Wagemuts seitens meines Labels, sich auf dieses Projekt einzulassen. Aber dann kam die CD raus und plötzlich waren wir damit in den Charts – noch vor Adele!

„Als ich das erste Beispiel von ÜberBach zu hören bekam, war ich sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Die Virtuosität der Klavierstimme, die melodiöse Kraft der Kompositionen und der dichte Klang haben mich tief beeindruckt“, sagt der Pianist Sebastian Knauer über euer gemeinsames Projekt. Hattest du ihn von vornherein als geeigneten Interpreten deiner Kompositionen im Auge?

Unser damaliges Plattenlabel EDEL / Neue Meister hatte uns zusammengebracht. Sebastian stürzte sich mit einer unglaublichen Leidenschaft auf dieses Projekt und stemmte die Aufnahmen mit dem Zürcher Kammerorchester. Es ist ein Geschenk, mit einem Musiker zusammenarbeiten zu dürfen, der in die Zukunft blickt und nicht nur auf Nummer sicher gehen möchte.

Ich merke gerade unter jungen klassischen Musikern einen unglaublichen Willen, für Veränderungen in der Klassikbranche zu sorgen. Viele von ihnen spielen an ungewöhnlichen Konzertorten oder in ungewöhnlichen Formationen. Für mich ist dabei immer der entscheidende Faktor, dass die Musik gut ist. Ein schöne Clubatmosphäre allein hilft mir als Zuhörerin wenig…

Auf der anderen Seite kann man sich auch in einem Gebäude wie der Elbphilharmonie wunderbar langweilen. Für mich muss sich der Inhalt der Musik auf den Zuhörer oder die Zuhörerin übertragen – egal, in welcher Art von Konzertsaal er oder sie sitzt.

Welche Kraft geht für dich von einem gemeinsamen Konzerterlebnis mit anderen Zuhörerinnen und Zuhörern aus?

Musik hat eine sehr starke, verbindende, empathische Wirkung. Das ist der Grund, warum Menschen trotz der ständigen Verfügbarkeit von Musik in ein Konzert gehen. Diese verbindende Wirkung kann sich meiner Meinung nach erst richtig durch die Aufführung zeitgenössischer Werke entfalten. Daher braucht man neue Stücke und neue Ensembles, die auf eine andere Art und Weise mit dem Publikum kommunizieren und die sich in Klangwelten jenseits derer des 17., 18. oder 19. Jahrhunderts bewegen.

Aber gibt es nicht viele zeitgenössische Komponisten, die an der Erneuerung des klassischen Musikbegriffs genauso interessiert sind, wie du?

Doch, aber ihre Werke sind oft nicht Teil des normalen Konzertprogramms, sondern werden im Rahmen von speziellen Festivals aufgeführt. Unter den Zuhörern befindet sich meist Fachpublikum oder andere Komponisten. Viele Konzertveranstalter setzen sich meiner Meinung nach noch immer zu viele Grenzen im Kopf.

Welche Mitstudierenden oder Dozenten haben dich eigentlich während deines Kompositionsstudiums in München besonders beeinflusst?

Das wären so jetzt so viele Namen zu nennen: Unter anderem sind es Samy Moussa, der auch auf meinem jetzigen Album dirigiert, und der deutsch-amerikanische Komponist Jay Schwartz, deren Musik ich sehr schätze und deren Freundschaft für mich sehr wertvoll und bereichernd ist. Für mich waren aber auch alle Lehrer wichtig, angefangen von Enjott Schneider im Bereich Filmmusik bis hin zu Jan Müller-Wieland und Pascal Dusapin. Es war eine sehr spannende Zeit in München und heute pflegen wir sehr gute Freundschaften. Besonders weil es nicht immer nur um Musik geht und ging. Hanns Eisler hat einmal gesagt: „Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch davon nichts.“

Welche Fähigkeiten bedarf es, um ein erfolgreicher Komponist zu werden?

Natürlich muss man als Komponist Grundfertigkeiten mitbringen wie ein gutes Gehör. Man braucht ein bestimmtes Talent und muss sich viel Wissen aneignen, um nachher selbst etwas Künstlerisches erschaffen zu können. Doch vor allem muss es einem gelingen, ein gewisses Selbstbewusstsein zu entwickeln. Daher besteht eine der wichtigsten Aufgaben eines Künstlers oder einer Künstlerin darin, sich von dem gesellschaftlichen Druck freizumachen, unter dem jeder Mensch steht. um sich seiner eigenen Intention nähern zu können.

Den Mechanismus, gewisse Erwartungshaltungen zu bedienen, kenne ich auch aus anderen Kunstsparten.

Ja, auch im Bereich der Bildenden Kunst. Als ich an der Kunsthochschule war, hieß es nicht: „Was willst du mit deinen Bildern ausdrücken?“, sondern „Was ist deine Strategie?“. Dieser Begriff hat für mich etwas von Kriegsrhetorik. Natürlich geht es als Künstler auch immer um den ständigen Kampf um Aufmerksamkeit. Doch es gibt in der Kunst eine Form von zwischenmenschlicher Kommunikation, die sich durch keine Marketing-Strategie der Welt fördern lässt.

Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur im Allgemeinen und Musik im Speziellen in deinem Leben?

Kunst ist für mich das Allerheiligste.

 

Lieber Arash, es ist in der aktuellen Situation kaum zu glauben, dass wir uns noch vor einigen Wochen in einem Restaurant zu einem Interview treffen konnten! Ich danke dir für diesen sehr interessanten Austausch, für die viele Inspiration, die du mir mit auf den Weg gegeben hast und für dein Interesse an meiner Arbeit als Bloggerin. Alles Gute für kommende Zeit und ich freue mich sehr darauf, bald eines deiner Werke in einem Konzertsaal zu hören!


Mehr Informationen über Arash Safaian:

http://arashsafaian.com/

Instagram @arashsafaiancomposer

Facebook @arashsafaianmusic

https://thisisnotbeethoven.lnk.to/ThisIsNotBeethovenIN