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Adventsgeflüster #2: In dulci jubilo

Adventsgeflüster am 2. Dezember: Ein Hoch auf das Singen in der Vorweihnachtszeit und einige Konzerttipps für die kommenden Wochen…

Wenn ich in den vergangenen Jahren erzählte habe, dass ich in einem Kirchenchor singe, wurde ich manches Mal erstaunt angesehen. Chorsingen ist zwar heutzutage wieder total in Mode – aber warum muss man es ausgerechnet in einer Kirche tun, wenn man man auch in einer chilligeren Atmosphäre wie einer Kneipe proben und auftreten kann?

Ich selbst würde mich als gläubigen Menschen bezeichnen, auch wenn ich der katholischen Kirche und vielen ihrer geistlichen Würdenträger sehr kritisch gegenüberstehe. Mit einer der wichtigsten Gründe, warum ich Anfang 2013 dem Kirchenchor von St. Margaret in Sendling beigetreten bin, war aber die Tatsache, dass Christian Bischof als Organist und Chorleiter von der Benediktinerabtei Scheyern an die große Stadtpfarrkirche St. Margaret München wechselte. Bis heute schwärmt meine Mutter, die in Scheyern unter Christians Leitung singen durfte, von seinen außerordentlichen Fähigkeiten als Chorleiter. Für mich ergab sich 2013 die perfekte Gelegenheit, meine damals seit beinahe 10 Jahren ruhenden Choraktivitäten wieder aufzunehmen.

Christian gelang es nicht nur in Scheyern, sondern auch in München, die Mitglieder seines Chores zu Höchstleistungen zu motivieren. Die Proben für die zahlreichen Konzerte waren alles andere, als entspannt – und doch fuhr ich jeden Dienstag sehr gerne abends für rund zwei Stunden nach Sendling. Christian wollte sich nicht mit einer mittelmäßigen gesanglichen Leistung von uns allen zufrieden geben, denn er läutete in St. Margaret eine ganz neue Ära mit vielen Konzerten und Sonderveranstaltungen ein. 2013 hatte er sich mit „LUX AETERNA – Musik und Licht“ gleich ein einzigartiges Großprojekt vorgenommen: Durch verschiedenfarbige Scheinwerfer sowie Spezialeffekte wurden Musik und Text in der Kirche buchstäblich ins rechte Licht gerückt. Das Zusammenspiel von Licht, Klang und Wort war absolut überwältigend und ermöglichte dem Publikum einen vollkommen neuen Zugang zur geistlichen Musik. Auch in Bezug auf die Auswahl des Werks für unser erstes bedeutendes Chorkonzert ging Christian Bischof ungewohnte Wege: Die Komposition „Lux aeterna“ von Morton Lauridsen stammt aus dem Jahr 1994 und ist eine textliche Melanche aus Hymnen, Sequenzen und Fragmenten des Kirchenjahres. Als roter Faden zieht sich das „Ewige Licht“ mehr oder weniger durch das Leben des Menschen und erlöscht selbst im Tode nicht.

Vier Jahre lang war ich Mitglied des Chors von St. Margaret mit seiner wunderbaren Chorgemeinschaft. Wir sangen während dieser Zeit unter anderem das Oratorium Die Geburt Christi“, op. 90 des Komponisten Heinrich von Herzogenberg oder die Missa grande in c-minore & Magnificat in D von Johann Simon Mayr. Im September 2017 verließ ich den Chor schweren Herzens, weil ich den Job gewechselt hatte und ich viele Proben aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht mehr besuchen konnte. Ich würde mich selbst nicht als überaus begabte Sängerin bezeichnen. Aber ich war seit meiner Kindheit immer wieder Mitglied in Chören und nahm die Anspannung und die Anstrengungen in den Wochen vor dem Auftritt gerne auf mich für das wunderbare Gefühl, gemeinsam mit den anderen Sängern beim Konzert über sich selbst hinauszuwachsen. Das kann man nur, wenn man einen sehr guten und motivierten Chorleiter vor sich hat. So wie wir mit Christian Bischof in St. Margaret.

Und hier kommen noch zwei vorweihnachtliche Konzerttipps für München und Umgebung (mit und ohne Gesang :):

 

1. „Harald Haugaard & Helene Blum: Berg und Meer“ am 09.12. im Johannissaal, Schloss Nymphenburg

Die gemeinsame Poesie von Berg und Meer, das Band zwischen nordischem Folk und alpiner Tradition steht im Mittelpunkt dieses Konzertabends. Dafür haben sich die Sängerin Helene Blum und der Geiger Harald Haugaard, zwei Stars der dänischen Folkszene, mit den österreichischen Musikern Julia Lacherstorfer und Simon Zöchbauer von „Ramsch & Rosen“ zusammengetan.

Hinreißende Arrangements, brillante Neufassungen und Eigenkompositionen lassen die Tradition atmen und schenken ihr eine ungeahnte ästhetische Freiheit. Mit viel Feingefühl fließen dabei auch Anleihen aus Klassik, Jazz und experimenteller Musik ein.

Auch die unglaublich begabte Cellistin Sophie Abraham könnt ihr am 09.12. auf der Bühne des Johannissaals im Schloss Nymphenburg erleben – sie ist ein Teil des von mir sehr geschätzten Radio String Quartet.

Mehr Infos über das Konzert gibt es hier:

https://www.muenchen.de/veranstaltungen/event/40873.html

Tickets gibt es unter:

https://www.muenchenticket.de/guide/tickets/24nml/Berg+und+Meer.html

Harald Haugaard & Helene Blum: Berg und Meer – Ein Weihnachtskonzert zwischen Nordic Folk und Alpenklängen

So, 09.12.18, 18:00 Uhr

Johannissaal
Schloss Nymphenburg – Orangerietrakt
80638 München

 

2. O MAGNUM MYSTERIUM: Ein Konzert des Ensembles Quartbreakers am 23.12. in St. Margaret München

Die Quartbreakers, gegründet 2004, sind Münchens facettenreichstes Vokalensemble. Die sieben jungen Sänger verfügen über eine gemeinsame musikalische und sängerische Ausbildung beim Tölzer Knabenchor und traten unter anderem mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, James Levine oder Zubin Mehta auf. Noch im Jahr ihrer Gründung gaben die Quartbreakers ihr erstes eigenes Konzert. Als ein erster Höhepunkt folgte 2005 ein Auftritt in der Allerheiligen Hofkirche in München, der von Bayern 4 Klassik übertragen wurde. Seit 2008 sind die Quartbreakers festes Mitglied von Vokal Total, Deutschlands größtem a capella-Festival, und werden regelmäßig für Veranstaltungen im Bereich Kultur, Politik und Wirtschaft engagiert. Die erste Studio-CD „Wir sind ein oh!“ wurde 2008 veröffentlicht, Ende 2014 erschien die Klassik-CD „O Magnum Mysterium“.

Der 23. Dezember 2006 markierte den Beginn der Konzertreihe O MAGNUM MYSTERIUM. Auch 2018 kommt mit den Quartbreakers wieder Weihnachtsstimmung kurz vor dem großen Fest auf. Begleitet werden die Sänger von dem Trio Salto Bavarese (Theresa Förg, Johannes und Leonhard Servi) und Konrad Wipp (Sprecher).

Mehr Infos und Karten unter:

http://www.quartbreakers.com/de/news

http://qb-ticketing.herokuapp.com/de/concerts/22/orders/new

Am 23.12. um 17 Uhr

Stadtpfarrkirche St. Margaret
Margaretenpl. 1
81373 München

Kategorie 1 (AUSVERKAUFT): Normal: € 24,00, Ermäßigt: € 17,00
Kategorie 2: Normal: € 20,00, Ermäßigt: € 13,00
Kategorie 3 (hintere Reihen): Normal: € 14,00, Ermäßigt: € 9,00

 

Die Kulturflüsterin

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