
20 Jahre radikal jung-Festival am Münchner Volkstheater – warum dieses Festival seit 15 Jahren zu meinen absoluten Pflichtterminen als Theaterliebhaberin gehört:
- Weil das Volkstheater für mich immer ein sehr offenes Haus war – egal ob am alten Standort in der Brenner Straße oder in dem großartigen Neubau in der Tumblingerstraße.
- Weil dieses Haus mit Christian Stückl einen Intendanten hat, der dieses Festival von Beginn an als eine Einladung an das Publikum gesehen hat, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
- Weil man hier schon zu Studienzeiten sehr herzlich und auf Augenhöhe von der Presseabteilung des Hauses als Arbeitspartnerin betrachtet wurde.
- Weil mich die Tatsache, dass ich zwischen 2010 und 2012 im Rahmen meines Kulturkritik-Studiums an der gemeinsam mit meiner Freundin Hanna Pfaffenwimmer zwei Jahre lang die Hauptverantwortung für die Koordination und Herausgabe der Festivalzeitung „radikal text“ tragen durfte, zu kreativen Höchstleistungen motiviert hat.
- Weil ich hier Inszenierungen sehen durfte, die ich andernfalls verpasst hätte: Zu meinen absoluten Highlights der letzten 15 Jahre zählte unter anderem die Inszenierung „Wenn die Rolle singt oder der vollkommene Angler“ vom Hamburger Thalia Theater im Jahr 2017.
- Weil ich bei diesem Festival Theaterschaffende zum ersten Mal live getroffen oder auf der Bühne erlebt habe, mit denen ich zuvor vor allem online in Kontakt stand: So wie die Regisseurin Cosmea Spelleken 2022 oder die Schauspieler Abak Safaei-Rad 2023.
- Weil ich bis heute so viel Input aus den Publikumsgesprächen nach den radikal jung-Gastspielen mitnehme – so wie am vergangenen Freitag, wo uns der Regisseur der Eröffnungsinzenierung ANTIGONE vom Staatstheater Wiesbaden, Mikheil Charkviani, einen tieferen Einblick in den Kampf seiner Heimat Georgen um eine demokratische Zukunft gab.
- Weil ich hier seit 15 Jahren immer wieder Schauspieler:innen auf der Bühne erleben darf, deren Spiel eine ganz besondere Kraft hat: So wie Abdul Aziz Al Khayat, den ich zuletzt 2023 im Rahmen meiner Arbeit für die @akademie im Rahmen der „Woche der jungen Schauspieler:innen“ in dem grandiosen Solostück „Im Herzen tickt eine Bombe“ (Regie: Martha Kottwitz) erlebt hatte. Sein Haimon war für mich in der Inszenierung ANTIGONE von Mikheil Charkviani die eigentliche Hauptfigur. Ein junger Mann, der das Herz und den Verstand hätte, die toxischen männlichen Machtstrukturen um ihn herum zu durchbrechen. Und der schließlich doch an ihnen zerbricht.
Noch bis 03. Mai 2026 präsentiert das radikal jung-Festival am Münchner Volkstheater herausragende Inszenierungen junger Regisseur:innen aus dem europäischen Raum.
Mehr Infos unter: https://www.muenchner-volkstheater.de/programm/radikal-jung/stuecke

