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#Interview mit den Mitgliedern des Neuen Künstlertheaters

© Philipp Kronenberg

2018 gründete sich in Berlin ein Künstlerkollektiv, das seither neue Formen der Kommunikation und der Beteiligung an künstlerischen Prozessen erprobt. Die vierzehn Mitglieder der Gruppe Neues Künstlertheater sind mittlerweile auf verschiedenen analogen und digitalen Bühnen aktiv und realisieren dort außergewöhnliche Projekte mit unterschiedlichen stilistischen Mitteln. Ein Interview mit Nils Strunk, Linn Reusse, Carla Meller, Simon Pfeiffer und Nils Rovira-Muñoz über Vertrauen, Diskussionsfreude, Expertenwissen und Zukunftspläne.

„Ich liebe es, Theater zu spielen. Es ist so
viel realistischer als das Leben“
Oscar Wilde

2019 erzählte mir der Schauspieler Nils Strunk zum ersten Mal vom Neuen Künstlertheater. Damals traf ich ihn in der Kantine des Münchners Residenztheaters, wo er ab Oktober 2017 zwei Spielzeiten lang Mitglied des Ensembles war, für ein Interview. Nils, dieser extrem talentierte junge Bühnenfuror, kam aus dem Schwärmen für die Mitglieder seines Ensembles gar nicht mehr heraus – viele von ihnen kannte er bereits seit dem Beginn seines Studiums an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ im Jahr 2011. Im Rahmen seiner Schauspielausbildung stand er 2014 gemeinsam mit seinen Kommilitonen Nils Rovira-Muñoz, Marcel Kohler, Lukas Schrenk, Sebastian Schneider und Philipp Kronenberg in einer Inszenierung von Heiner Müllers Drama Philoktek auf der Bühne. Das 1968 uraufgeführte Stück, das Müller nach dem Mauerbau schrieb, handelt von einem Moralisten, der zum Mörder wird, einem Systemstrategen, der Leichen für höhere Zwecke benutzt und von einem Opfer, das weder in der Gemeinschaft, noch ohne sie leben kann. Philoktet ist ein Drama über den Konflikt zwischen den Bedürfnissen des Einzelnen und den Erfordernissen des Gemeinwohls.

Kaum ein Stück hätte sich wohl besser für eine Gruppe engagierter junger Schauspieler geeignet, um die eigene Position als Akteure innerhalb eines hierarchisch organisierten Theaterbetriebssystems zu hinterfragen. Philoktek wurde zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Reise, auf der die sechs Schauspieler schon bald von immer mehr Mitstreiterinnen und Mitstreitern begleitet wurden.

2018 gab sich das Kollektiv, das viele Jahre zuvor an der „Ernst Busch“ den Grundstein für sein Selbstverständnis als interdisziplinäres künstlerisches Forschungslabor gelegt hatte, den Namen „Neues Künstlertheater Berlin„. Von analogen Theaterinszenierungen über Hörspielreisen und Podcasts, visuelle Konzerte und literarische Mini-Serien bis hin zu sehr kreativen Instagram- und TikTok-Postings: Die Bühnen, die das NKT bespielt, sind genauso vielfältig wie die Ausdrucksformen, die die Gruppe für ihre Arbeiten auswählen. Ob Schauspiel, Performance, Visual Arts, Tanz, Film, Musik, Digital Illustration oder Photographie: Die Tatsache, dass viele der aktuell 14 Mitglieder des Kollektivs in mehr als nur einem künstlerischen Metier eine große Begabung aufzeigen, macht seine Besonderheit aus. Linn Reusse, die 2012 ihr Schauspielstudium an der „Ernst Busch“ begann und seit der Spielzeit 2016/16 am Deutschen Theater in Berlin engagiert ist, besitzt beispielsweise ein außergewöhnliches zeichnerisches Talent, während der Schauspieler Philipp Kronenberg als gelernter Kommunikationsdesigner und Illustrator für das sehr ansprechende Corporate Design des NKT verantwortlich ist. Und Nils Strunk begann bereits im Studium damit, Theatermusik zu komponieren und arbeitet mittlerweile als Theater- und Filmkomponist an so renommierten Projekten wie dem Dokumentarfilm Now seines Mentors Jim Rakete über den Kampf der Generation Greta Thunberg für den Klimaschutz und eine bessere Welt.

Da es dem NKT von Beginn an sehr wichtig war, Theater aus so vielen Perspektiven wie möglich zu beleuchten, suchten sie sich auch Arbeitspartner*innen, die eine berufliche Laufbahn außerhalb der Kunst- und Kulturwelt eingeschlagen haben. Simon Pfeiffer ist Policy Adviser bei der Münchner Sicherheitskonferenz, Benjamin Kohler Volkswirt. Dass die beiden ganz selbstverständlich in alle Phasen der Produktionsprozesse rund um die NKT-Projekte eingebunden sind, ist eine einzigartige Entscheidung, die sich von der Vorstellung einer Kulturinstitution als elitärem Club löst und den Blick von außen nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung für die eigene Arbeit ansieht.

Noch lebt das NKT größtenteils vom nebenberuflichen Engagement seiner Mitglieder. Zu ihnen zählen neben den bereits genannten Personen Oliver Kohler, die freie Kostümbilderin Nathalie Soroko, Carla Meller, Disponentin am Münchner Residenztheater, der Sprecher Sebastian Fuchs und der Fotograf Eike Walkenhorst. Wer wie ich beobachtet, mit wie viel Ernst und Leidenschaft das Kollektiv jedes seiner spannenden Projekte umsetzte, der ahnt, dass ihr Traum in Bezug auf eine Theatergründung schon bald Wirklichkeit werden könnte.

Ich hatte im Januar 2020 das große Vergnügen, mich mit Nils Strunk, Carla Meller, Nils Rovira-Muñoz, Simon Pfeiffer und Linn Reusse auf Zoom über die Anfänge des NKT, ihre künstlerischen Visionen und die Frage, was ein funktionierendes Kollektiv ausmacht, zu unterhalten.

„Freunde hat man für wenn dir die ganze Gruppe die kalten Schultern zeigt, sagt Fuchs 8 in der gleichnamigen Hörspielreise mit Musik und Zeichnungen nach dem Roman von George Saunders, die im Dezember auf eurem Youtube-Kanal zu hören und zu sehen war. Hattet ihr schon vor dem Beginn eurer jeweiligen künstlerischen Ausbildung Erfahrung mit der Arbeit im Kollektiv oder die Vision, mit Gleichgesinnten dauerhaft gemeinsam an Projekten zu arbeiten?

Nils Rovira-Muñoz: Der Wunsch, eine Gruppe aus künstlerisch Gleichgesinnten zu finden, war tatsächlich immer bei mir da. Deshalb habe ich mich auch für diesen Beruf oder zunächst für dieses Studium entschieden. Während der Arbeit an „Philoktet“ 2014 spürte ich plötzlich, dass ich von Menschen umgeben war, die dieselbe Sprache sprachen und dieselben Vorstellungen davon hatten, wie man als Gruppe zusammenarbeiten und was man durch den gemeinsamen künstlerischen Austausch herausfinden möchte. Die Arbeit an „Philoktet“ war sozusagen mein Erweckungsmoment in Sachen kollektiver künstlerischer Arbeit.

Nils Strunk: Ich hatte dieses Aha-Erlebnis, als ich während unseres Schauspielstudiums spürte, dass uns Spielern in einem gewissen Rahmen endlich Freiheit und Autonomie eingeräumt wurden. „Schauspielerei ist ein Ensembleberuf“: Mit diesem Satz kam ich damals an die Hochschule.

Das Studium an der „Ernst Busch“ ist durchaus hierarchisch organisiert: Die Dozierenden sind diejenigen, von denen man das Schauspiel-Handwerk lernt. Und natürlich möchte und muss als junger Mensch auch noch viel lernen. Aber als wir an „Philoktet“ arbeiteten und es um Heiner Müller ging, gab es aber einige Dozenten, die uns davon überzeugen wollten, dass man die Texte von Heiner Müller so und so sprechen beziehungsweise auf die Bühne bringen. Das war der Moment, an dem wir uns als Gruppe von gewissen Vorstellungen und Vorgaben emanzipierten. Unser Kommilitone Marcel Kohler war derjenige, der uns klar machte: Wir müssen entscheiden, wie man Heiner Müller macht! Und damit legten wir den Grundstein für das, was zum Selbstverständnis des Neuen Künstlertheaters wurde. Wir behaupten nicht, dass wir etwas besser können, als andere. Aber wir legen selbst fest, ob bestimmte künstlerische Entscheidungen für uns einen Wert haben oder nicht. Dieses spürbare Gefühl von Autonomie beflügelte uns damals als Studenten sehr. Es führte nämlich auch dazu, dass wir uns weigerten, mit den Regiestudentinnen und -studenten zusammenzuarbeiten.

Also mit euren wichtigsten Arbeitspartner*innen an der Hochschule?

Nils Strunk: Das wären sie gewesen, wenn man ihnen nicht von vorneherein die Möglichkeit eingeräumt hätte, uns nach ihrem Willen zu besetzen. Ich empfand es als enormen Affront, dass Regisseur*innen gleichen oder jüngeren Alters die bestehenden Machtverhältnisse an den meisten Theater bereits in sich verinnerlicht hatten.

Ein derartiges Gefühl der Zusammengehörigkeit wie das innerhalb eures Schauspieljahrgangs erlebe ich sehr selten. Unglaublich ist auch, wie viele Talente die meisten unter euch noch neben der Schauspielerei haben. War es euch von Beginn an wichtig, dass sich euer Künstlerkollektiv aus Menschen zusammensetzt, die durch ihre Fähigkeiten unterschiedliche Kompetenzbereiche abdecken?

Nils Strunk: Darüber haben wir zunächst überhaupt nicht nachgedacht. Aber als wir während der Arbeit an „Philoktet“ sahen, dass Nils Rovira-Muñoz zum Beispiel sehr gut tanzen und ich gut Musik machen kann, hat sich die Idee, unsere Talente Stück für Stück auszubauen und in unsere Arbeit einzubringen, immer mehr verfestigt. Mittlerweile ist aus dieser Ursprungsidee so etwas wie das Kernmerkmal unserer Gruppe geworden.

Liebe Linn, du dachtest wohl während deiner Schauspielschulzeit: Diesem sehr talentierten Männerverein würde eine weibliche Stimme nicht schlecht tun! Nachdem du ein Jahr später mit dem Studium begonnen hast, als ein Großteil der heutigen NKT-Besetzung: Wie bist du zu der Gruppe dazu gestoßen? 

Linn Reusse: Anfangs ging es nur um ein einzelnes Projekt, das auf dem Stück „Die Gerechten“ von Albert Camus basierte. Da darin eine Frauenrolle zu besetzen war, wurde ich von den Jungs zu einer Leseprobe eingeladen. Ich kannte sie alle vom Sehen aus meinem Studium an der „Ernst Busch“ und hatte zu dieser Zeit auch bereits gemeinsam mit Marcel Kohler auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin gestanden. 2018 fand dann diese grandiose Leseprobe in Leipzig statt, die mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Alles fühlte sich so echt und intensiv an. Obwohl ich damals schon seit drei Jahren fest am Deutschen Theater spielte, war diese Energie, die da plötzlich im Raum entstand, etwas vollkommen Neues für mich. Kurz danach wurde ich ganz offiziell gefragt, ob ich Teil des NKT werden möchte.

Nils Rovira-Muñoz: Wir hatten am Abend zuvor „Philoktet“ in Leipzig gespielt und davor nicht viel miteinander proben können, weil wir alle in unterschiedliche Projekte involviert waren. Für uns war diese Leseprobe also auch etwas ganz Besonderes.

Was hat letztendlich den Ausschlag zur Gründung des Neuen Künstlertheaters gegeben?

Nils Strunk: Unter anderem die Gespräche in der Evangelischen Akademie Tutzing. Dort war ein Teil von uns über Jahre hinweg immer wieder mit verschiedenen Inszenierungen zu Gast. Darüber hinaus gab es Stimmen aus unserem Umfeld, die uns nahegelegt haben, das, was wir uns mit dem NKT aufgebaut haben, noch ernster zu nehmen. Wir wollten auf keinen Fall zu klein denken und haben uns daher „Neues Künstlertheater“ genannt. Nun gilt es, diesen hohen Anspruch, den wir an uns selbst stellen, mit Inhalten zu füllen.

Simon Pfeiffer: Gefühlt hat die Idee „Neues Künstlertheater“ für mich jetzt schon eine Dimension, die sich eher nach 10 Jahren, als nach 2 Jahren intensiver Zusammenarbeit anfühlt. Ich kenne Marcel Kohler noch aus meiner Zeit im Jugendclub des Staatstheater Mainz. Da ich aber keinen künstlerischen Beruf ergriffen habe, hatte ich lange Zeit weniger mit Schauspiel zu tun, als die meisten Mitglieder des Neuen Künstlertheaters. Bei den Proben zu „Philoktet“ bin ich der Gruppe 2014 das erste Mal begegnet. Ab da an haben mich ihre Projekte nie wieder losgelassen. Dadurch, dass wir über viele Jahre hinweg in verschiedenen Konstellationen an unterschiedlichen Dingen gearbeitet haben, fühlt es sich heute für mich gar nicht an wie ein großer Schritt, den das Neue Künstlertheater nach kurzer Zeit gemacht hat. Sondern wie eine logische Konsequenz aus vielen Schritten, die wir über die Jahre hinweg miteinander gegangen sind.

Brauchtest du eine gewisse Zeit, bis du dich innerhalb dieser Gruppe aus hauptberuflich Kulturschaffenden als gleichwertiges Mitglied behaupten konntest?

Simon Pfeiffer: Nein, überhaupt nicht. Denn es wurde nie ein Unterschied zwischen den „Philoktet“-Spielern und denjenigen Mitgliedern der Gruppe gemacht, die ihr Handwerk nicht an der „Ernst Busch“ gelernt oder die vielleicht gar nicht Schauspiel oder Regie studiert haben. Das ist einer der Punkte, der für mich das Wesen unserer Gruppe ausmacht.

Carla, du bist Disponentin am Residenztheater und kanntest Nils aus der Zeit, in der er von 2017-2019 dort fest engagiert war.

Carla Meller: Am Resi hatte ich über Nils bereits die ersten Kollegen des Neuen Künstlertheaters kennengelernt und festgestellt, dass sie ganz großartige Projekte machen. Und dann hat mich Nils tatsächlich am letzten Tag der letzten Spielzeit unter dem Intendanten Martin Kušej gefragt, ob ich nicht Teil der Gruppe werden möchte. Ich habe mich sehr gefreut und mich auch geehrt gefühlt. Es gab dann ein Treffen mit fast allen Mitgliedern unseres Kollektivs im Sommer 2019 und ich war ausgerechnet an dem Tag in Südfrankreich auf der Hochzeit einer guten Freundin. Schließlich habe ich das schönste Geschenk bekommen, das man sich als Neuzugang vorstellen kann: Eine Videonachricht der gesamten Gruppe,  in der sie sich vorstellen und mich willkommen heißen, obwohl mich ein Großteil ja noch gar nicht so gut kannte. Das war ein unglaublich schöner Auftakt. Im November 2019 bin ich dann nach Berlin gefahren und habe das gesamte Kollektiv kennengelernt. Diese drei Tage fühlten sich an wie ein Nach-Hause-kommen. Nilo (Nils Rovira-Muñoz, Anm. d. Redaktion), ich erinnere mich noch, als du sagtest: „Wahnsinn, es fühlt sich so an, als würdest du schon immer dazugehören“.

Simon Pfeiffer: Wie schön, das so von dir zu hören. Für mich macht es gar keinen Unterschied, wie spät oder wie früh jemand zu unserem Kollektiv dazu gestoßen ist.

Wie kann es aus eurer Erfahrung heraus gelingen, aus einer Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern ein Kollektiv zu formen? Und wie schafft man es in der Folge, dass alle Mitglieder so von dem Kollektivgedanken überzeugt sind, dass sie sich langfristig für die Gruppe engagieren? 

Nils Strunk: Ich würde sagen: Die DNA unseres Kollektivs besteht darin, dass es ein grundsätzliches Vertrauen untereinander gibt. Ich finde es sehr schön, dass wir immer konstruktiv miteinander diskutieren können und dabei gerne auch mal sehr deutlich werden. Denn wir wissen, dass es dabei immer um die Sache geht.

Während ich in der freien Theaterszene viele Beispiele kenne, bei denen die Idee von der Arbeit im Kollektiv auch in der Praxis sehr gut funktioniert, höre ich von einer Mehrheit der Künstlerinnen und Künstler, die an staatlichen und städtischen Häusern engagiert sind, immer wieder Klagen über zu hierarchische Führungsstrukturen in ihren jeweiligen Institutionen. Anarchie kann für mich aber nicht die Lösung sein. Was müsste sich eurer Meinung nach in der deutschen Theaterlandschaft ändern, damit die städtisch und staatlichen geförderten Häuser langfristig und nachhaltig von der Partizipation und dem Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren?

Linn Reusse: Mich hat das vergangene Jahr, das mir einen gewissen Abstand zu meiner Arbeit als festangestellte Schauspielerin an einem Theater beschert hat, sehr zum Nachdenken gebracht. In welche Rolle werden wir Schauspieler*innen im wahrsten Sinne eigentlich oft gedrängt und vor allem dort belassen? Dass wir innerhalb des Neuen Künstlertheaters mehr als nur ein Talent von uns zeigen können, hat ja auch etwas damit zu tun, dass es bei uns erst einmal keine Grenzen im Kopf gibt. Bei uns kann Carla zum Beispiel Regie in der nächsten Produktion führen. Im Theater erlebe ich hingegen oft sehr viel Schubladendenken, wenn es um den Kompetenzbereich der Mitarbeiter*innen geht. Daher würde ich dort nie auf die Idee kommen, den Gedanken auch nur auszusprechen, dass ich in einer Produktion auch einmal die Kostüme machen könnte. Denn das steht mir nicht zu und ist nicht meine Aufgabe. Ich weiß nicht, ob man etwas an dieser Denkweise ändern kann – aber damit müsste man anfangen.

Da sagst du etwas sehr Wahres. Gerade Schauspieler*innen begeben sich nach meiner Wahrnehmung noch zu oft in die Rolle der ausschließend Agierenden. Das birgt eine große Gefahr: Wenn ich wenig Ahnung habe von dem, was meinen Beruf jenseits von dem, was ich auf der Bühne oder vor der Kamera darstelle, ausmacht, begebe ich mich auf Dauer in eine totale Abhängigkeit.

Nils Strunk: Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze brechen für viele Theater und ihre riesigen Organisationsapparate im Hintergrund.  Da viele von uns schon einmal fest an einem Haus engagiert waren, oder es noch sind, konnten wir vieles von dem, was wir an diesen Häusern gelernt haben, auf die Arbeit mit dem NKT übertragen. Natürlich ist uns bewusst, dass eine städtische oder staatliche Institution noch einmal ganz andere Verpflichtungen hat, als ein Kollektiv. Der entscheidende Punkt ist für mich aber folgender: Wer hat die Macht, zu entscheiden, was an einem Haus gespielt wird? Wer hat die Hoheit über die Inhalte?

Und was geschieht, wenn man wie du in einer großen Institution anfängt, in den entsprechenden Abteilungen kritische Fragen zu stellen?

Nils Strunk: Das lohnt sich meiner Meinung nach immer! Aber man läuft oft Gefahr, dass der Status Quo als unveränderbarer Ist-Zustand in den Raum gestellt wird. Die Gefahr ist nicht nur, dass ich keine Lust mehr auf die jeweilige Produktion habe. Die Gefahr ist, dass ich mir bei jedem kleinen Problem, das im Rahmen des Produktionsprozesses auftaucht, denken könnte: „Ich wusste vorher, dass es so kommt“, und mich selbst sozusagen aus der Verantwortung stehle. Ich glaube, dadurch kann viel Kreativität im Theaterbetrieb verloren gehen, weil man einfach Dienst nach Vorschrift macht.

Immer mehr junge Theaterschaffende sehnen sich an ihren Hochschulen nach Veränderungen der starren Verhältnisse, die an vielen Stadt- und Staatstheatern herrschen. Werden diese also eurer Meinung nach bald der Vergangenheit angehören?

Carla Meller: Ja, denn wir merken, dass Theater auch auf eine andere Art und Weise sehr gut funktionieren kann. Die Führungsstrukturen an einem Staatstheater komplett umzuwälzen, ist natürlich aufgrund der schieren Größe der Häuser schwierig. Wir vom Neuen Künstlertheater würden daher gerne an einem kleineren Haus Konzepte für eine geeignete Führungsstruktur entwickeln. Es ist natürlich wichtig, dass es nach außen hin eine oder mehrere Personen gibt, die die Verantwortung für das Theater tragen und Ansprechpartner für Vertreter aus Wirtschaft und Politik sind. Aber man könnte diese Rollen ja verteilen. Uns geht es vor allem darum, dass der kreative Schaffensprozess ein gemeinschaftlicher ist. Dass sich alle Mitglieder der Gruppe mit einbezogen fühlen und sich dementsprechend stark mit dem Neuen Künstlertheater identifizieren.

Gab es eigentlich bei dir in den vergangenen Jahren einen bestimmten Punkt, an dem du gemerkt hat, dass du den Theaterbetrieb nicht nur von deinem Schreibtisch im Künstlerischen Betriebsbüro aus mitgestalten möchtest?

Carla Meller: Dieses Bürotiger-Dasein hat seine sehr schönen Seiten. Aber ich habe mit der Zeit gemerkt, dass ich gerne näher am kreativen Schaffensprozess derjenigen Produktionen beteiligt wäre, für die ich tagtäglich alle Beteiligten disponiere. Wir Mitarbeiter im Künstlerischen Betriebsbüro bekommen eine Inszenierung oft erst dann richtig zu sehen, wenn die Premiere des Stücks stattfindet. Dabei fände ich es zum Beispiel sehr spannend, am Anfang bei einer Leseprobe dabei sein zu dürfen und auch zwischendurch immer wieder eine Probe zu besuchen. Aber das ist in großen Strukturen nicht immer möglich und führt dazu, dass man manchmal weit weg von dem ist, was einen eigentlich am Theater begeistert.

Ich habe eine ähnliche Erfahrung während meines Studiums an der Bayerischen Theaterakademie gemacht: Es gab kaum Kontakt zu den Regie- und Schauspielstudent*innen, weil ihrerseits keine wirkliche Offenheit gegenüber uns herrschte. An der Hochschule für Fernsehen und Film, wo wir ebenfalls damals eingeschrieben waren, begegneten uns die Studierenden hingegen mit einer großen Neugierde.

Simon Pfeiffer: Diese Diskussion ist gerade sehr spannend für mich. Ich habe zuletzt in einer Unternehmensberatung gearbeitet, wo man ständig Strategien entwirft, um Prozesse zu optimieren und Strukturen immer wieder anzupassen. Unternehmen verändern sich ständig. Von außen betrachtet denkt man, dass an den Theatern die große Freiheit herrscht – aber bei mir entsteht manchmal der Eindruck, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Strukturen scheinen vergleichsweise fest und unveränderlich. Das Spannende an unserem Kollektiv finde ich, dass wir die Möglichkeit haben, ein ganz eigenes Theatersystem zu erschaffen, das es in dieser Form nicht schon dutzendfach gibt. Die wichtigste Frage für mich lautet: Was hat die Organisationsform, die wir für uns wählen, für einen Einfluss darauf, wie wir künstlerisch zusammenarbeiten und inwiefern tragen unsere künstlerischen Prozesse dazu bei, diese Organisationsform zu stützen?

Simon, wie man am Beispiel von dir sieht, wäre es unglaublich wichtig, dass sich viele Theaterschaffende noch wesentlich mehr öffnen, wenn es um die Zusammenarbeit mit externen Fachkräften geht.

Nils Strunk: Das ist genau unser Credo und daher waren unsere letzten Neuzugänge auch nicht weitere Schauspielerinnen oder Schauspieler, sondern zum Beispiel Benny, der unter anderem zu künstlicher Intelligenz forscht, aber trotzdem auch schon Theatererfahrung hat. Und Simon und Carla sind aufgrund ihrer jeweiligen Kompetenzen sowieso eine unglaubliche Bereicherung für uns!

Was ich als PR-Managerin immer besonders aufmerksam beobachtet habe, war euer Engagement in den sozialen Netzwerken. Auf eine höchst amüsante Art und Weise nutzt ihr eure Kanäle nicht nur, um auf eure Projekte aufmerksam zu machen – sondern ihr produziert vor allem für eure Kanäle auf Instagram und TikTok eigene Kurzclips wie das „emojiing-Ratespiel für die ganze Familie“ oder die „Baustellen-Eindrücke, in denen ihr euch mit dem baldigen Bau eures eigenen Theaters beschäftigt. Welche Rollen spielt die Verbreitung eurer Inhalte über Social Media in eurer Arbeit und inwiefern würdet ihr sagen, dass ihr für jeden eurer Kanäle eine eigene Strategie verfolgt?

Nils Strunk: Es ist vor allem Marcel, Sebastian und Philipp zu verdanken, dass wir unsere Präsenz auf Instagram in den vergangenen Monaten sehr ausgeweitet haben. Dahinter steckt weniger eine Strategie, als vielmehr der Wunsch, jetzt, wo die Theater über einen längeren Zeitraum hinweg geschlossen sind, verschiedene Bühnen zu bespielen. Und zwar mit verschiedenen künstlerischen Ideen und nicht nur aus der Motivation heraus, dass wir uns als Gruppe ständig ins Gespräch bringen müssen. Für uns bedeutet unser Engagement in den sozialen Netzwerken nicht, dass wir ab jetzt eine digitale Theatertruppe sind. Unser Kerngeschäft ist und bleibt die analoge Bühne. Aber wir nehmen eben gern viele Möglichkeiten wahr, uns künstlerisch auszudrücken.

Wie entwickelt ihr neue Projekte und Ideen für euer Kollektiv?

Simon Pfeiffer: Die entstehen manchmal ganz unmittelbar aus einer bestimmten Situation heraus. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Lesung von Lukas Schrenk und das Feedback innerhalb der Gruppe war: „Wir könnten dir ewig zuhören. Wo ist dein Podcast?“ Und schon gab es zu MORPH, unserem darauffolgenden Projekt, einen 15-minütigen Podcast von Lukas. Und Linn: Ich wusste zum Beispiel vor „Fuchs 8“ auch nicht, dass du so unglaublich gut illustrieren kannst.

Das wusste ich auch nicht und war vollkommen überwältigt von deiner Hörspielreise, die im Dezember auf eurem Youtube-Kanal zu finden war. Hast du dein zeichnerisches Talent tatsächlich erst während der Corona-Zeit entdeckt?

Linn Reusse: Also gemalt habe ich zwar schon immer – aber analog, nie digital. Als der erste Lockdown kam, begann ich damit, auf dem iPad zu zeichnen und meine Figuren zu animieren. Wäre ich nicht Teil  dieser Gruppe  gewesen, hätte ich mein Talent vermutlich gar nicht weiter ausgebaut.

Nils Rovira-Muñoz: Ich schätze es total an unserer Gruppe, dass man vieles zusammen ausprobieren kann und gemeinsam herausfindet, welche Projekte man weiter verfolgen möchten. Das ist ein großer Unterschied zu meiner Arbeit als festangestellter Schauspieler an einem Theater: Am Ende muss da im besten Fall ein Produkt stehen, das sich gut verkauft. Diese Vorgabe löst natürlich sehr viel Druck aus. Beim Neuen Künstlertheater haben wir das Glück, uns fragen zu dürfen, welche Fähigkeiten vielleicht noch in uns stecken, in welchen Konstellationen wir für bestimmte Projekte arbeiten möchten und wie wir uns noch stärker vernetzen können. Aus einem ersten Gedanken muss nicht sofort etwas entstehen – aber jeder Gedanke ist es wert, diskutiert zu werden.

Entwickelt ihr neue Ideen tatsächlich alle immer zusammen oder auch in kleineren Runden?

Nils Strunk: Das ist sehr unterschiedlich. Als unsere Gruppe noch kleiner war, war es natürlich wesentlich einfacher, zu fünft oder zu sechst über alle neuen Ideen zu diskutieren. Nun formieren sich je nach Bedarf und Gegebenheit auch kleinere Einheiten innerhalb unseres Kollektivs, was ganz in unserem Sinne ist. Denn wir begreifen uns als Theater und dort gibt es schließlich auch unterschiedliche Produktionen. „Fuchs 8“ war zum Beispiel ein Projekt, das Linn angestoßen hatte. Marcel und sie hatten nämlich die Möglichkeit, eine Lesung für die Theatergemeinde Berlin zu veranstalten. Und zack war die Theatergemeinde plötzlich Co-Produzent für eine Veranstaltung des NKT und vice versa. Auch aus so einem Projekt entsteht beispielsweise eine neue Idee für uns. Aber über allem steht das Bewusstsein, dass man mit allen gesprochen haben sollte, bevor ein Projekt das Label „Neues Künstlertheater“ erhält.

Carla und Simon, aus eurer Erfahrung als Mitarbeiterin im Residenztheater und Unternehmensberater heraus: Wie kann es in den kommenden Jahren gelingen, dass ein Unternehmen wie das NKT auch wirtschaftlich langfristig rentabel wird?

Carla Meller: Eine Möglichkeit, über die wir nachdenken, ist, uns als Team für eine Strukturförderung für eine kleine Bühne zu bewerben. Und anschließend im besten Sinne Stadtteilkultur zu betreiben und zu schauen, wie viele feste Stellen sich unter diesen Umständen finanzieren lassen. Und wenn man mit der Zeit mehr Einnahmen generieren kann, würden wir peu à peu weitere Mitglieder aus unserer Gruppe fest an unser Haus binden.

Simon Pfeiffer: Ich mag den Gedanken eines „Hauses der Inhalte“, wie ich ihn bei Bertelsmann oft gehört habe, sehr gerne. Dazu gehört auch, dass man Vertrauen in die eigenen Inhalte haben und daher darauf setzen sollte, dass sich die Dinge aus diesen Inhalten heraus entwickeln. Darüber hinaus glaube ich, dass sich die künstlerischen und technischen Talente unserer Mitglieder auch in vielen anderen Bereichen außerhalb des Kulturbetriebs einbringen lassen. Manch ein Mitarbeiter in einem Wirtschaftsunternehmen würde vielleicht gerne im Rahmen eines Coachings bei einer Schauspielerin oder einem Schauspieler lernen, sich besser zu präsentieren oder überzeugender aufzutreten.

Nils Strunk: Und einem Mäzenen oder einer Mäzenin über den Weg zu laufen, wäre natürlich auch ein schöner Zufall.

Die Mitglieder der Freunde des Residenztheaters sind zwar keine Mäzene – aber gerade die Damen unter ihnen geraten immer noch ins Schwärmen, wenn sie deinen Namen hören. 

Nils Strunk: Das sind wir auch schon beim Thema! Wir prüfen tatsächlich gerade, inwiefern wir einen Freundeskreis des NKT aufbauen könnten. Ich habe mir am Resi immer gedacht: Was sind das denn für coole Leute, die hier auch noch in ihrer Freizeit in der Kantine abhängen? Ich finde es schade, dass den Begriffen „Freundeskreis“ oder „Abonnent“ oft etwas Antiquiertes, Uncooles anhaftet – dabei sind es doch gerade diese Theatergänger*innen, die einen am meisten unterstützen. Und es gibt schließlich auch junge Leute unter ihnen.

Wie könnte so ein Freundeskreis-Modell für das NKT in der Praxis aussehen?

Nils Strunk: Zunächst einmal müssen wir uns fragen, wer überhaupt die treuen Zuschauerinnen sind, die unsere Vorstellungen regelmäßig besuchen. Wir sollten wissen, was Lena zuletzt in unserem Theater gesehen hat und welches Stück sie demzufolge auch interessieren könnte. Oder um es mit Max Reinhardt zu formulieren: Der hat von einem „Ensemble des Theaters“ und von einem „Ensemble der Zuschauer“ gesprochen – eine Idee, die mir sehr gut gefällt.

Ihr habt zunächst einmal einen Account auf patreon.com angelegt: Auf der Online-Plattform kann man Künstler und Kreativschaffende mit einem monatlichen Beitrag unterstützen und bekommt dafür exklusive Inhalte zur Verfügung gestellt. In eurem Fall sind das zum Beispiel Hintergrundeinblicke in eure Produktionsprozesse.

Nils Strunk: Es gab durchaus Diskussionen innerhalb der Gruppe, ob wir diesen Schritt wagen sollen. Mit der Frage, ob das der richtige Ansatz für die Finanzierung des eigenen Unternehmens ist, beschäftigen sich gerade sicher viele Kulturschaffende. Aber wir halten Patreon für einen guten Weg, um uns mit Menschen zu vernetzen, die sich mit uns identifizieren und die uns langfristig unterstützen möchten.

Glaubst du, dass es auf Dauer notwendig sein wird, die Begriffe „Förderverein“ und „Abonnent“ umzubenennen, um einen anderen Kreis an Förderern anzusprechen? 

Nils Strunk: Für mich geht es nicht darum, plötzlich mit englischen Begriffen und Hashtags zu hantieren in der Annahme, dass man dadurch jünger und hipper wirkt. Und wie kann man denn so dreist sein und ganz grundsätzlich auf ein Publikum schimpfen, das graue Haare hat? Das sind die ersten Zuschauer, die einem nach dem Lockdown wieder im Theater zujubeln werden.

Inwiefern habt ihr das Bewusstsein, Teil eines Kollektivs zu sein, in den vergangenen Monaten noch einmal ganz neu zu schätzen gelernt?

Simon Pfeiffer: Wir haben den Kontakt untereinander in diesem Jahr noch einmal sehr intensiviert. Es war eine Zeit, in der etwas ganz Neues entstehen konnte. Und wir werden den Geist dieser Zeit auch in unsere neue Realität nach der Corona-Pandemie hineintragen.

Nils Strunk: Linn, ich erinnere mich an eine hitzige Diskussion, die wir in einem unserer letzten Meetings hatten. Dabei ging es um die Frage, wie unsere Zusammenarbeit nach Corona eigentlich aussehen soll. Uns war bis zum ersten Lockdown im vergangenen Jahr überhaupt nicht bewusst, dass wir mit dem NKT schon lange vor der Krise etwas geschaffen hatten, das uns jetzt sehr großen Halt gibt. Es lohnt sich daher jetzt umso mehr, viel Arbeit in unsere gemeinsamen Projekte zu stecken – denn wer weiß, was noch auf uns zukommt. Spannend ist auch zu beobachten, dass unser Engagement für das NKT von vielen Künstlerkolleg*innen lange Zeit als extrem zeitintensives Hobby angesehen wurde. Nun aber fragen sie uns, ob sie unserer Gruppe beitreten dürfen, weil sie ihnen als eine sehr gute Alternative zu dem erscheint, was sie bisher gemacht haben.

Nils Rovira-Muñoz: Ich wollte noch erwähnen, dass wir im Sommer 2020 eine UG gegründet haben, um unser Kollektiv professioneller aufzustellen. Diese Art der Verbindlichkeit wären wir vielleicht nicht so schnell eingegangen, wenn es diesen Einschnitt von außen nicht gegeben hätte.  Ich erwarte auch, dass es in den kommenden Jahren massive Veränderungen in der Kulturlandschaft geben wird. Darauf muss man sich gefasst machen. Aber was gibt es da besseres als sich zusammenzuschließen und sich gemeinsam den eigenen Arbeitsplatz zu erschaffen. Es selbst in die Hand zu nehmen und nicht zu hoffen, dass alles wieder so wird wie vorher. Das wird es nicht und sollte es meiner Meinung auch nicht. Wir haben jetzt die Chance, bestehende Strukturen aufzubrechen.

Linn: Ich glaube auch, dass sich mittel- und langfristig etwas an den Theatern ändern muss. Momentan gehen diese Veränderungen aber mit einer großen Gereiztheit, vielen Schuldzuweisungen und teilweise auch mit Hass einher. Den Status Quo im Hauruck-Verfahren ändern zu wollen, halte ich nicht für sinnvoll.


Mehr Infos über das Neue Künstlertheater: 

https://www.neueskuenstlertheater.de/

Instagram @neueskuenstlertheater
Facebook @neueskuenstlertheater

Twitter @NKTBerlin
https://www.patreon.com/neueskuenstlertheater

 

Von Die Kulturflüsterin

PR-Managerin I kulturbegeistert I Theater, Film, Fernsehen, Kunst I Social Media I Digitale Geschichtenerzählerin

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