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#Kulturtipps Januar 2021

Kaum hat das neue Jahr 2021 begonnen, gibt es wieder Einiges zu entdecken in Sachen Kunst und Kultur!

1. „Das Museum lebt!“ / Ein Projekt der Pinakothek der Moderne

Schon in Vor-Corona-Zeiten liebte ich Projekte, bei denen Museumsmacher verschiedene Kunstformen in ihren Häusern aufeinander treffen ließen. Die Münchner Pinakothek der Moderne zeigt sich seit jeher als eine sehr offene Kulturinstitution, wenn es darum geht, mit Partner aus dem Bereich der klassischen Musik gemeinsame Veranstaltungen zu konzipieren. So präsentiert beispielsweise das Münchener Kammerorchester seit 2003 im Rahmen seiner Reihe Nachtmusik der Moderne in der Rotunde der Pinakothek der Moderne jeweils ein ausgewähltes Werk einer zeitgenössischen Komponistin oder eines zeitgenössischen Komponisten.

Nun hat die Pinakothek der Moderne im Dezember 2020 ein neues, sehr spannendes Videoprojekt gestartet: Zehn unterschiedliche Räume des leeren Museums wurden zum Aufführungsort für Kurzkonzerte von namhaften Musikern wie der Stargeigerin Anne-Sophie Mutter, dem Bratschisten Nils Mönkemeyer, dem Hornisten Christian Loferer oder der Cellistin Raphaela Gromes.

Nils Mönkemeyers wählte den Baselitz-Raum mit den expressiven Bilder des Künstlers für sein Konzert aus und gab dort die Cellosuite Nr. 2 d-Moll, BWV 1008 von Johann Sebastian Bach zum Besten. Anne-Sophie Mutter spielte gemeinsam mit Linus Roth, Vladimir Babeshko und Lionel Martin im X-D-E-P-O-T, das der Öffentlichkeit ab Frühjahr 2021 als neues multifunktionales Schaudepot der Neuen Sammlung innerhalb der Pinakothek der Moderne zugänglich sein wird, das Allegro molto aus Mozarts Streichquartett in D-Dur, KV 155. Der Jazz-Trompeter Bastian Rieser erkundete im Rahmen des Projekts „Das Museum lebt“ den Klangraum der Rotunde der Pinakothek der Moderne und gab sein Konzert vor der Kulisse von Anish Kapoors beeindruckender Kugel-Installation „Howl“.

 

Vier Videos hat die Pinakothek der Moderne seit dem 18.12.2020 bereits auf der YouTube-, Instagram und Facebook-Seite des Museums bereits veröffentlicht. 

Hier könnt ihr alle Kurzkonzerte nachsehen:

Youtube @Pinakothek der Moderne

Instagram @pinakothekdermoderne

Facebook @pinakothekdermoderne


2. Der AURIO Musikverlag

AURIO ist eine Online-Musikverlag, der das Verlagswesen der klassischen Musik revolutionieren möchte. Dabei setzt der Verlag seinen Schwerpunkt auf weniger bekannte und selten gespielte Werke, die auf Empfehlung renommierter Musiker wie Yaara Tal, Nicolas Altstaedt oder Kathrin Christians hin spielfertig aufbereitet werden. Ohne aufwendige Werkrecherchen können Musiker*innen dadurch ihr Repertoire erweitern und Stücke abseits der Standardliteratur entdecken.

© Aurio Facebook

Die Idee zur Gründung des AURIO-Musikverlags hatte der der Komponist und Pianist Sebastian Bund, als er bei der Recherche nach passenden Stücken für ein neues Konzertprogramm mehrere Nächte vor dem Rechner in digitalen Notenbibliotheken und bei YouTube verbrachte. Aus der Idee, Musikerinnen und Musikern die zeitspielige und oft mühsame Raritäten-Suche abnehmen, entstand ein innovatives Konzept, das den Verlag nicht nur für Musiker*innen, sondern auch für junge Komponist*innen attraktiv macht. Für verschiedene Instrumente erscheinen seit April 2020 vier Mal pro Jahr sorgfältig editierte Notenausgaben in gedruckter und digitaler Form – angereichert mit Erklärungen und Audioaufnahmen zur Orientierung. In jeder Ausgabe finden sich fünf bis sechs Werke, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben, darunter auch Kammermusik mit eingerichteten Stimmen.

Hier könnt ihr das Programm 30 Tage lang kostenlos testen:

Das ist AURIO

Mehr Infos über das Angebot des AURIO Musikverlags findet ihr auch hier:

Facebook @auriomusikverlag

Instagram @aurio_musikverlag 


3. Der Protestonaut-Kalender

Der Protestonaut beim Radfahren, im Wald, auf einem Recyclinghof, beim Urban Gardening und beim Einkaufen in einem Second-Hand-Laden: In seiner mittlerweile siebten Ausgabe widmet sich der Protestonaut-Kalender dem Thema Nachhaltigkeit. Der Kalender mit den Motiven der Fotografin Sophia Hauk will Denkanstöße liefern und Diskussionen anstoßen. Im Kostüm des Protestonauten könnte jeder stecken: die Verkäuferin, der Bankangestellte, die Lokalpolitikerin, der Student, die Managerin, der Arbeitssuchende, die Lehrerin – oder auch man selbst. Der Lebens- und Forschungsraum des Protestonauten oder der Protestonautin ist jedoch nicht das Weltall, sondern unser Planet selbst. Die Schutzkleidung ermöglicht es diesen ganz besonderen Astronauten, die Geschehnisse und Veränderungen in der Welt aus einem sehr geschärften, außergewöhnlichen Blick heraus zu betrachten. 

© Sophia Lukasch

Bei der Auswahl der Themen, Motive und Informationsquellen für den Protestonauten-Kalender wurde auf größtmögliche Objektivität geachtet und die Texte auf wissenschaftliche Studien und Literatur gestützt.

© Sophia Lukasch

Hier findet ihr mehr Informationen über das Projekt und könnt den Protestonaut-Kalender erwerben:

Das Projekt

Zum Amazon-Link

 


4. „Passacaglia della Vita“: Die erste CD des Ensembles Cembaless

Am 29.01.2021 veröffentlicht das von mir hochgeschätzte Ensemble Cembaless mit „Passacaglia della Vita“ beim Label Naxos seine erste CD. Die Musiker*innen Chen-Ju Chang (Viola da Gamba), Stefan Koim (Barockgitarre), David Hanke (Blockflöte), Elisabeth von Stritzky (Gesang), Annabell Opelt (Blockflöte), Robbert Vermeulen (Theorbe) und Syavash Rastani (Percussion) erlebte ich zum ersten Mal im Dezember 2019 im Rahmen der Konzertreihe Nightingale natur I kultur in Riedering auf der Bühne.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2014 präsentiert das Ensemble seinem Publikum ihr vielfältiges musikalisches Repertoire nicht nur in einer ungewöhnlichen Besetzung ohne Cembalo, sondern begeistern es auch durch ihre ungewöhnlichen Arrangements, bei denen die Grenzen zwischen Alter und Neuer Musik fließend sind. 2020 wurde die sieben außergewöhnlichen Musiker in das vom „Creative Europe Programme of the European Union“ unterstützte Weiterbildungsprogramm EEE+ (Emerging European Ensembles) aufgenommen.

Benannt wurde die erste CD des Ensembles passenderweise nach einer der schönsten Passacaglias überhaupt: Um 1600, als sich die Renaissance ihrem Ende zuneigte und das Zeitalter des Barock langsam Einzug in die Kunst hielt, komponierte der italienischer Sänger, Kapellmeister und Komponist Stefano Landi (1587-1639) seine „Passacaglia della Vita“, die „Passacaglia des Lebens“. Sie handelt von Endlichkeit des Lebens, aber auch davon, dass man die Freuden eines jeden Tages in vollen Zügen genießen sollte.

Diese ganz besondere „Passacaglia della Vita“ beinhaltet neben Interpretationen der Werke von Andrea Falconieri, Claudio Monteverdi oder Henri de Bailly auch ein sehr beeindruckendes, selbst komponiertes Stück des Percussionisten des Ensembles, Syavash Rastani. Eine musikalische Entdeckungsreise mit sieben jungen Musikern, die ihren ganz eigene Weg gefunden haben, die Werke aus der Barockzeit virtuos, zeitlos und modern erklingen lassen.

04 Stefano Landi Passacalli Della Vita by CEMBALESS

Das Ensemble Cembaless (v.l.n.r.): Stefan Koim (Barockgitarre), Elisabeth von Stritzky (Gesang), David Hanke (Blockflöte), Shen-Ju Chang (Viola da Gamba), Annabell Opelt (Blockflöte), Syavash Rastani (Percussion) und Robbert Vermeulen (Theorbe) © Theresa Pewal

Hier könnt ihr die CD vorbestellen:

https://www.weltbild.de/artikel/musik/passacaglia-della-vita_33746537-1

Mehr Infos über Cembaless findet ihr hier:

home-de

Facebook @cembaless

Instagram @cembaless

 

 

Von Die Kulturflüsterin

PR-Managerin I kulturbegeistert I Theater, Film, Fernsehen, Kunst I Social Media I Digitale Geschichtenerzählerin

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