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Die eigene Angst überwinden

„Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?“, fragt die Autorin und Lyrikerin Eva-Maria Braun in ihrem gerade erschienenen lyrischen Begleitband „Fragst du, antworte ich„. Noch mutiger sein – und noch mehr auf sich selbst vertrauen.

Schon oft hat mir das Schreiben in unsicheren Zeiten geholfen, belastende Dinge von der Seele zu schreiben und daraus neue Energie zu schöpfen. All denjenigen unter euch, die es wie ich sehr schätzen, ihre Gedanken zu Papier zu bringen, empfehle ich das Buch der Lyrikerin und Autorin Eva-Maria Braun. Eva-Maria, die bekannt wurde durch ihre täglichen lyrischen Texte auf ihrem Instagram-Kanal @hejpoetry, regt ihre Leserinnen und Leser auch in ihrem im ruach.jetzt-Verlag erschienenen lyrischen Begleitband „Fragst du, antworte ich“ zum intensiven Nachdenken über die großen Fragen des Lebens an.

In die vier großen Kapitel Endlichkeit, Annehmen, Loslassen und Ewigkeit hat Eva-Maria Braun ihr Buch unterteilt. In jedem Kapitel finden sich sieben lyrische Impulse, die jeweils mit einer kurzen Hinführung zum Inhalt des folgenden Gedichts beginnen und mit einer Impulsfrage enden. In den 28 Einheiten in „Fragst du, antworte ich“ geht es um die eigenen Träume, die  Verbundenheit mit anderen Menschen, Freude, Liebe, aber auch um Trauer und Schmerz.

Mich hat vor allem eine Frage in diesem Buch sehr beschäftigt: „Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?“

 

Denn schon jetzt habe ich Angst, dass mich einer Zeit des in einer erschreckend erstarkenden Rechtsrucks in Deutschland irgendwann der Mut verlässt, offen und ohne Furcht vor verbalen und physischen Attacken gegen diejenigen Menschen vorzugehen, die Hass und Hetze als legitimes Mittel ansehen, um ihre Vision von einem anderen Deutschland zu verwirklichen.

Wenn ich keine Angst hätte, dann würde ich mich trauen, noch explizitere politische Botschaften in den sozialen Netzwerken zu senden – und mich dort nicht vor einer direkten Auseinandersetzung mit Menschen zu scheuen, deren Demokratieverständnis sich fundamental von meinem eigenen unterscheidet.

Wenn meine Angst mich nicht manchmal lähmen würde, dann hätte ich schneller die richtigen Worte parat, wenn schreckliche Ereignisse auf der Welt geschehen – so wie mein großes Vorbild Düzen Tekkal.

So aber versuche ich, meine Angst zu akzeptieren. Was für mich nicht bedeutet, dass ich sie umarmen muss. Die Angst davor, dass unsere multikulturelle, plurale Gesellschaft in Deutschland mehr und mehr von reaktionären Kräften zersetzt wird, ist mein Motor, mich weiterhin und vielleicht in Zukunft noch viel mehr für Vielfalt und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Damit meine Angst nie in vollkommener Resignation endet.


Das Buch „Fragst du, antworte ich“ ist im ruach.jetzt-Verlag erschienen: 

  • 28 Kapitel (jeweils mit Hinführung, Gedicht & Impulsfrage)
  • mit Platz für eigene Gedanken
  • 128 Seiten
  • 210 x 148 mm
  • 1. Ausgabe (Softcover)
  • ISBN: 978-3-949617-76-8

Hier könnt ihr das Buch kaufen: https://bit.ly/41jIsUi

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