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#Interview mit Thomas Schütz

© Sophia Kirst

Seit Mai 2017 gibt es im Chiemgau eine neue Konzertreihe: Nightingale. natur I kultur ist die musikalische Verbindung von Kultur und Natur. An außergewöhnlichen Konzertorten wie auf einer Berghütte, in ehemaligen Fabrik oder in einem traditionellen Gasthof werden dem Publikum Hörerlebnisse auf höchstem musikalischem Niveau präsentiert. Gegründet wurde die Konzertreihe 2017 von dem Bariton Thomas Schütz, der in Prien am Chiemsee aufgewachsen ist. Ein Gespräch über die klassischen Musik im allgemeinen, die Konzertreihe Nightingale im speziellen und die Ausweitung der Nightingale-Idee auf andere Kunst- und Kultursparten.

»Sei fröhlich,« rief die Nachtigall, »sei fröhlich; du wirst deine rote Rose bekommen. Ich werde sie aus Musik formen bei Mondlicht und sie färben mit meines Herzens Blut. Alles, worum ich dich dafür bitte, ist ein wahrer Liebender zu bleiben, denn Liebe ist weiser als Philosophie, obgleich diese weise ist, und mächtiger als die Macht, obgleich diese mächtig ist. Flammenfarben sind ihre Flügel und gefärbt wie eine Flamme ist ihr Körper. Ihre Lippen sind süß wie Honig und ihr Atem ist wie Weihrauch.«

So wunderschön lässt der Autor Oscar Wilde 1888 in seinem Kunstmärchen Die Nachtigall und die Rose eine Nachtigall zu Wort kommen, die mit Hilfe ihres Herzbluts eine Blüte hervorbringt und sie rot zu färben vermag. 

Kein Wunder, dass sich so viele Geschichten um diesen besonderen Vogel ranken: Der Gesang der Nachtigall – bestehend aus Strophen dicht aneinander gereihter Einzel- oder Doppeltöne – ist überaus komplex, unvorhersehbar und phantasievoll. In der antiken Mythologie heißt es beispielsweise, er sei eine verwandelte Frau, die um ihr Kind klage. Im Bereich der klassischen Musik nannte Antonio Vivaldi sein Violinkonzert A-Dur RV 335a Il Rosignuolo („Die Nachtigall“). Georg Friedrich Händel schrieb gleich mehrere Werke über die Nachtigall, das bekannteste ist sein Orgelkonzert Nr. 13 Der Kuckuck und die Nachtigall („The Cuckoo and the Nightingale„).

„Die Nachtigall ist ein Zugvogel, dementsprechend ist er nicht ortsgebunden und immer offen für neue Impulse und Begegnungen“, sagt der Bariton Thomas Schütz, der Anfang 2017 die Konzertreihe Nightingale. natur I kultur im Chiemgau ins Leben gerufen hat. Geboren und aufgewachsen in Prien am Chiemsee als Sohn eines Kirchenmusikers, erhielt Schütz seine gesangliche Ausbildung an der renommierten Guildhall School of Music & Drama in London sowie an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. In London wurde er mit dem Paul-Hamburger-Preis in Graham Johnson’s Schumann-Konzertreihe ausgezeichnet. Thomas Schütz war Finalist des Internationalen Lions Gesangswettbewerbs und Stipendiat von Yehudi Menuhins LiveMusicNow – eine Initiative des 1999 verstorbenen Violinvirtuosen, die Menschen in Krankenhäusern, Altenheimen, Waisenhäusern, Gefängnissen, Heimen oder anderen sozialen Einrichtungen kostenfreie Konzerte ermöglicht. Als Opern-, Konzert- und Liedsänger trat Thomas Schütz unter anderem bereits auf bedeutenden Bühnen wie der Philharmonie Essen, dem Opernhaus Antwerpen, der Tonhalle Düsseldorf, dem Prinzregententheater München oder dem Flagey in Brüssel auf. Von 2013 bis 2015 war er Ensemblemitglied im Opernstudio der International Opera Academy in Gent.

Ich erfuhr zum ersten Mal von der Konzertreihe Nightingale, als ich ein Anfang September diesen Jahres ein sehr stilvoll gestaltetes Plakat für das Konzert der twoWells im Kesselhaus Kolbermoor auf der Instagram-Seite des Violinisten Matthias Well sah.

Einige Wochen später saß ich in eben jenem Konzert und war beeindruckt von dem einzigartigen Klangerlebnis, das sich dem Zuhörer in der Energiezentrale der alten Baumwollspinnerei in Kolbermoor darbot.

Dort lernte ich den Veranstalter Thomas Schütz kennen, mit dem ich über die klassische Musik im allgemeinen, die Konzertreihe Nightingale im speziellen und die Ausweitung der Nightingale-Idee auf andere Kunst- und Kultursparten.

 

Der römische Gelehrte Gaius Plinius beschreibt die Nachtigall folgendermaßen: „Was die Kunst des Menschen auf den besten Instrumenten zu leisten vermag, ist in dieser kleinen Kehle beisammen“. Warum fasziniert dich dieser Vogel so, dass du eine ganze Konzertreihe nach ihm benannt hast?

Die Nachtigall ist ein Zugvogel, dementsprechend ist er nicht ortsgebunden und immer offen für neue Impulse und Begegnungen. Natürlich hat mich auch der Gesang dieses Vogels zu dem Namen meiner Konzertreihe inspiriert. Für mich ist er der schönste Gesang, den man in der Natur erleben kann.

Die Nachtigall gilt aber auch als Mahnerin oder Sinnbild für unermüdliches Streben,  weil sie im Ernstfall buchstäblich um ihr Leben singen würde. Ist dein Projekt Nightingale auch als Appell zu verstehen, den Bezug zur Natur in unserer modernen Welt nicht zu verlieren?

Definitiv. In den Konzerten eine Verbindung zwischen Kultur und Natur herzustellen, ist für mich elementar bei der Gestaltung des Programms für die Konzertreihe. Als zivilisierter Mensch bin ich schnell im Begriff zu glauben, dass ich alles aus mir heraus schaffen kann. Ich denke aber, dass uns sehr vieles – auch das Musizieren – nur im Einklang mit der Natur gelingt. Ich habe übrigens am Neujahrstag 2018 zum ersten Mal eine Nachtigall in freier Natur gesehen.

Hast du sie am Gesang erkannt?

Nein, tatsächlich am Aussehen. Sie war um einiges größer, als ich sie mir vorgestellt hatte.

War der enge Bezug zur Natur bei dir dadurch, dass du im Chiemgau aufgewachsen bist, schon sehr früh bei dir ausgeprägt?

Ja, denn meine Freunde und ich hatten das Glück, dass wir noch eine Kindheit und Jugend ohne Computer erleben durften und daher viel draußen unterwegs waren.

Was war neben dem Wunsch, dem Publikum klassische Musik an ungewöhnlichen Orten im Chiemgau zu präsentieren, dein größter Antrieb in Bezug auf die Gründung von Nightingale?

Eine Konzertreihe zu gründen, ist einer von vielen Wegen, sich künstlerisch auszudrücken. Nur zu singen, würde bedeuten, sich auf den ständigen Konkurrenzkampf innerhalb des Klassikbetriebs zu beschränken und die damit mancherorts eingehende Abstumpfung in Bezug auf gewisse Umgangsformen zu akzeptieren. Der Antrieb, Musik zu machen muss meiner Meinung nach immer aus einem selbst heraus kommen und nicht daher, dass man sich mich mit anderen messen möchte. Mein größter Wunsch ist es, innerhalb des Projekts Nightingale eine gute Form der Kooperation zu etablieren.

Wie lange dauerte es, bis du deine ersten Ideen in Bezug auf Nightingale in die Tat umsetzen konntest?

Die Vision einer eigenen Konzertreihe hatte ich schon länger. Im November 2016 kristallisierte sich daraus das Projekt Nightingale heraus. Dann ging alles sehr schnell und im Mai 2017 fand bereits unser erstes Konzert statt.

Wer hat euer sehr schönes, stilvolles Logo entworfen?

Das war Emilie Lauwers, eine belgische Künstlerin, die ich sehr bewundere und die im Sommer auch einen Workshop für Kinder im Rahmen der Nightingale-Reihe geleitet hat. Emilie ist es gelungen, meine musikalischen Gedanken in diesem Logo zu visualisieren. 

Wenn man sich das Programm der vergangenen beiden Jahre durchliest, spürt man schnell, dass es sich durch eine ganz eigene Handschrift auszeichnet.

Natürlich spiegelt das Programm auch meinen persönlichen Geschmack wieder. Wenn ich diesen genauer definieren müsste, würde ich ihn als sehr melancholisch beschrieben. Deshalb sagt mir die Musik aus dem östlichen Raum und aus Russland sehr zu. Darüber hinaus ist die Musik von Johann Sebastian Bach für mich elementar. Ich mag es allgemein, wenn Dinge im Wandel sind: Bachs Werke befinden sich in Bezug auf die Klang- und Harmonieführung in einem ständigen Prozess der Veränderung. Momentan kommt bei mir auch noch ein großes Interesse für die französische Musik dazu. Die Werke von Gabriel Fauré oder Henri Duparc haben es mir beispielsweise angetan.

Du bist aufgewachsen in Prien am Chiemsee, hast an der Guildhall School of Music & Drama London studiert und warst von 2013 bis 2015 war er Ensemblemitglied im Opernstudio der International Opera Academy in Gent. Was hat dich trotz aller Auslandserfahrungen dazu bewogen, das Projekt „Nightingale“ in deiner Heimat zu etablieren?

Der Zugang zu den Menschen. Ich brauche ein Gespür für die Menschen in Form einer Verwurzelung – die kann ich meiner Meinung nach nicht haben, wenn ich irgendwo drei Jahre gelebt habe. Dadurch, dass ich im Chiemgau aufgewachsen bin und dort musikalisch sozialisiert wurde, kenne ich das Lebensgefühl der Menschen sehr gut. Dadurch kann es mir gelingen, das, was die Menschen in der Region bewegt, musikalisch zu übersetzen.

Verstehst du eure Konzerte als eine Art Türöffner zur Welt der klassischen Musik?

Ja, obwohl es den Begriff „klassische Musik“ meiner Meinung nach zu diskutieren gilt. Man verbindet ihn immer mit etwas Aristokratischem, bereits Dagewesenem und deshalb per se über allem anderen Stehenden. Ich finde auch den Begriff „ernste“ Musik fragwürdig. Schließlich gibt es so viel heitere Musik im Bereich der vornehmlich als ernst angesehenen klassischen Musik. Mit Kategorisierungen kann ich generell wenig anfangen. Die werden in Deutschland vor allem in Bezug auf die Stimmfächer sehr gerne vorgenommen. Wenn man in der Geschichte etwas zurückblickt, gab es beispielsweise in den 1970er Jahren den Bariton Hermann Prey, der Escamillo in Bizets „Carmen“ ebenso gesungen hat wie Partien aus der „Zauberflöte“.

Herrscht in Städten wie London deiner Meinung nach eine größere Freiheit in Bezug auf die Kategorisierungen im Bereich der klassischen Musik?

Absolut. Dort wurde einfach auf die jeweilige Stimme eines Sängers gehört und entschieden, was zu ihr und zu ihrer Klangfarbe passt.

Glaubst du, dass du in Deutschland dieselbe persönliche und musikalische Entwicklung hättest durchleben können, wie im Ausland?

Vielleicht hätte ich in Deutschland eine ähnliche musikalische Ausbildung gehabt, aber meine persönliche Weiterentwicklung, die damit untrennbar verbunden ist, war im Ausland in einer ganz anderen Art und Weise möglich. Wenn du im Chiemgau aufgewachsen bist, musst du einfach für eine Zeit weg. München hätte sich damals viel zu nah angefühlt.

Du bist nach den Jahren in London und Gent schließlich nicht dauerhaft in den Chiemgau gezogen, aber zumindest in die Nähe.

Ich fühle mich heute sehr wohl in München – und gleichzeitig spüre ich, dass ich für meine Konzertreihe im Chiemgau den absolut richtigen Platz gefunden habe.

Wie war das Feedback auf die Konzertreihe zu Beginn des Nightingale-Projekts?

Natürlich musste man einiges tun, um möglichst viele Menschen auf die Konzerte aufmerksam zu machen. Auch wenn das in der heutigen Zeit ungewöhnlich erscheinen mag, weil im Klassikbereich die Bemühungen vieler Veranstalter auf einen schnellen Erfolg ausgerichtet sind: Ich möchte meiner Ursprungsidee den Raum und die Zeit geben, sich langsam zu entwickeln und mit der Zeit immer mehr Kunst- und Kulturprojekte unter der Dachmarke Nightingale zu bündeln. Das bedeutet aber nicht, dass wir Themen wie Marketing und PR nicht als wichtig erachten. Wir stecken mit diesem Projekt noch immer relativ am Anfang und freuen uns über alles, was wir dadurch dazulernen und erfahren dürfen.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, so authentisch wie möglich seinen eigenen Weg zu verfolgen. Zwei jungen Frauen, denen das meiner Meinung nach meisterhaft gelungen ist, sind beispielsweise Anna und Martha aus dem Kulturcafé „Leib und Siegel“ in der Au.

Ich kenne das Café und finde das, was Anna und Martha dort geschaffen haben, wunderbar. Wie die beiden haben auch wir eine Facebook- und eine Instagram-Seite für Nightingale eingerichtet und bespielen diese regelmäßig. Aber mir war immer wichtig, dass das Thema Marketing die Inhalte und Ideen unseres Nightingale-Konzepts nicht überlagert.

Ihr finde das Programm sehr spannend und außergewöhnlich, da es von Schuberts „Winterreise“, die du auf dem Hochgernhaus präsentiert hast, bis hin zu einem Abend, an dem zehn klassische Klavierkompositionen von Billy Joel im Vordergrund standen, eine sehr große Bandbreite bietet.

Mir ist neben dieser musikalischen Vielfalt auch wichtig, den Besuchern Hörerlebnisse auf einem sehr hohen musikalischen Niveau zu bieten. So wie während des Konzerts von Matthias und Maria Well, die vor einigen Wochen als Duo twoWell im Kesselhaus Kolbermoor auftraten.

Diese ehemalige Energiezentrale einer alten Baumwollspinnerei hat eine außergewöhnlich gute Akustik. Letzte Woche war ich übrigens auch in einem klassischen Konzert an einem ungewöhnlichen Ort: Im Harry Klein in München waren einige Mitglieder des Münchner Kammerorchesters und der Philharmoniker im Rahmen der regelmäßig stattfindenden BMW Clubkonzerte zu erleben. Der erste Kommentar meiner Mutter, die mich begleitet hat und den Abend grundsätzlich sehr interessant fand: „So wird man die Klassik definitiv nicht retten können“. Hast du dich in Bezug auf die Konzeption deiner Konzertreihe auch mit der Frage beschäftigt, ob die Suche nach dem richtigen Ort letztendlich wichtiger ist, als das Konzert selbst?

Das musikalische Programm hat für mich oberste Priorität. Natürlich müssen im Unterschied zu einem Konzertsaal an bestimmten Orten in der Natur eventuell akustische Abstriche in Kauf genommen werden. Auf der anderen Seite bietet es aber auch die Chance, auf der akustischen Ebene tolle Räume zu entdecken, wie beispielsweise in diesem Jahr in dem von dir erwähnten Kesselhaus in Kolbermoor. Wenn man Neues ausprobiert, kann positiv wie negativ überrascht werden. Und es werden zusätzlich andere Sinne beim Konzert-Besucher angesprochen. Wer beispielsweise letztes Jahr die „Winterreise“ von Franz Schubert auf dem Hochgernhaus hören wollte, musste dafür erst einmal eine zweistündige Wanderung mit uns unternehmen. Dort wurde die „Winterreise“ dann auch nicht mit der sonst üblichen Klavier-, sondern mit Akkordeon-Begleitung dargeboten. Sich selbst auf die Wanderschaft zu begeben und sich so auf ein Stück einzustimmen, das genau diese Wanderschaft zum Thema hat – das finde ich sehr spannend.

Es geht also um einen ganzheitlichen Ansatz, Musik wahrzunehmen.

In einem Konzertsaal kann man sich rein auf das auditive Erleben eines Stückes konzentrieren, was absolut seine Berechtigung hat und was ich sehr wichtig finde. Aber daneben finde ich es schön, wenn es auch andere Formen gibt, klassische Musik wahrzunehmen. Es geht darum, Alternativen zu schaffen. Die musikalische Qualität muss trotzdem immer stimmen. Was empfand deine Mutter denn genau an dem Clubkonzert im Harry Klein als störend?

Sie glaubt nicht, dass es vorrangig das Interesse an klassischer Musik, sondern vor allem die Location ist, die die Zuhörer in das Konzert lockt. Ob sie danach jemals einen Konzertsaal aufsuchen, wagt meine Mutter zu bezweifeln.

Umgekehrt kann man sich aber auch fragen, ob es nicht das Gefühl der Distanz in so manchem Saal ist, die das potentielle Publikum von einem Konzertbesuch abhält. Ich verstehe trotzdem total, was deine Mutter meint und kann ihr da eigentlich nur insofern zustimmen. Klassische Musik bedarf sehr viel Eigeninitiative vom Zuhörer – man muss bereit sein, einiges an Konzentration aufzubringen, um sie richtig zu verstehen. Ein Konzert darf nicht so ausgerichtet sein, dass die äußeren Begleitumstände in Form von Lichtstimmungen und Technik hauptsächlich darauf abzielen, die Musik für den Zuhörer leichter bekömmlich zu machen.

Diese Konzentration und Fokussierung auf die Musik habe ich im Harry Klein aber trotz aller Effekte total gespürt. Deshalb hat mich das Konzert sehr begeistert – und meine Mutter letztendlich auch.

Wenn das inhaltliche Programm nicht gut gewesen wäre, hättet ihr euch vermutlich von dem Raum ablenken lassen. Die Frage ist doch: Hätte die Musik eine noch stärkere Wirkung auf euch gehabt, wenn sie in einem klassischen Konzertsaal stattgefunden hätte?

Nein, definitiv nicht. Die Kraft des Konzerterlebnisses bestand für mich darin, dass ich die Musik in diesem kleinen Raum so unmittelbar auf mich wirken lassen konnte.

Diese Unmittelbarkeit, von der du gerade gesprochen hast, ist mir auch bei den Nightingale-Konzerten sehr wichtig. In einem guten Konzert herrscht sehr viel Kommunikation zwischen den Künstler und dem Publikum.

Nightingale ist weit mehr als eine Konzertreihe. Im Sommer wurde die von dir bereits angesprochene Kunst-Masterclass für Kinder mit der Künstlerin Emilie Lauwers angeboten – und seit diesem Jahr trifft sich der „Blaue Reiter Schachclub“ regelmäßig im Münchner Stadtteil Giesing. War dir von Beginn an bewusst, dass du die Nightingale-Idee auf verschiedene Kunst- und Kultursparten ausweiten möchtest?

Definitiv. Ich verstehe das Prinzip Nightingale mehr als Kulturplattform, denn als eine reine Konzertreihe. Alles, was auf Kommunikation und Kooperation ausgerichtet ist, kann oder könnte in Zukunft mit Nightingale in Verbindung gebracht werden.

Die expressionistische Künstlergruppe „Der blaue Reiter“ um Franz Marc und Wassily Kandinsky, nach dem ihr 2017 euren Schachclub benannt hat, wurde inspiriert von der Landschaft rund um Murnau am Staffelsee und der bayerischen Volkskunst. Welche Leute kamen bisher zu euren Schachabenden?

Schach ist ein unglaublich kommunikatives Spiel – gerade weil dabei nicht ununterbrochen gesprochen wird. Man muss die Ruhe des Gegenübers ertragen können und sich auf einen non-verbalen Dialog einlassen. In ein und derselben Situation werden beide Spieler entsprechend ihrer Persönlichkeit vollkommen unterschiedlich reagieren. Es kommen vornehmlich Leute zu uns, die die Stille gut ertragen können. Außen wir spielen Blitzschach.

Wie oft trefft ihr euch im Wirtshaus Hohenwart in Obergiesing?

In den Herbst- und Wintermonaten treffen wir uns tatsächlich meistens ein bis zweimal im Monat. Wir sind mittlerweile eine Gruppe von rund 17 Leuten.

Wo hast du deine Mitspieler ausfindig gemacht?

Ein guter Freund, den ich über meine Arbeit für die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation kennengelernt habe, ist selbst Schachspieler und kannte daher bereits viele Schach-Begeisterte. Über mich kamen auch noch ein paar Spieler mit hinzu und so hat sich relativ schnell eine Gruppe an Gleichgesinnten gefunden.

Was wünschst du dir in Bezug auf dein Projekt Nightingale für die Zukunft?

Ich habe keine Idealvorstellung, was die Besucherentwicklung oder ähnliches angeht. Meine Vision ist es vor allem, den Zuhörern meine musikalischen Gedanken und Ideen zu vermitteln. Ich wünsche mir, dass die Konzertreihe weiterhin so gut von den Leuten angenommen wird wie bisher und dass die Menschen im Chiemgau mit der Musik, die wir ihnen bieten, etwas anfangen können. Ich hoffe darüber hinaus, dass mir die Gedanken und Ideen für die Programmgestaltung nicht ausgehen und dass es weiterhin zu interessanten Begegnungen mit Künstlern kommt, die Teil des Nightingale-Kosmos werden möchten.

Lieber Thomas, ich danke dir sehr für dieses spannende Gespräch! Du hast mit Nightingale einer wunderbaren Idee Flügel verliehen und ich hoffe, dass sich noch viele weitere Kulturprojekte aus deiner Ursprungsidee, durch Kooperation zu mehr Kommunikation zwischen Künstler und den verschiedenen Künsten zu sorgen, entspinnen werden. 


Eine ganz herzliche Einladung zum letzten Nightingale-Konzert in diesem Jahr: 

Weihnachten in aller Welt

09. Dezember 2018, 18:00 Uhr

beim Hirzinger, großer Saal

Endorfer Str. 13, 83083 Riedering

 

Weihnachtslieder aus verschiedensten Ländern und Kontinenten der Welt

Cembaless, Elisabeth von Stritzky (Sopran) & Thomas Schütz (Moderation)

Weihnachtslieder aus aller Welt, musiziert von einem mehr als erfrischenden und mehrfach preisgekrönten Ensemble: Cembaless. Dies sind sechs junge Musiker bzw. Konzertsolisten, die sich 2014 formiert haben, um alte Musik aktuell werden zu lassen und neue Musik anders zu machen.

Tickets: https://www.muenchenticket.de/guide/tickets/23ecv/Weihnachten+in+aller+Welt.html

 

Mehr Infos über Nightingale: 

https://www.nightingale-natur-kultur.com/

https://www.facebook.com/natuerlichverbindendgrenzenlos/

https://www.instagram.com/nightingalen8r

Mehr Infos über Thomas Schütz: 

https://www.thomasschuetzmusic.com

https://www.instagram.com/protect.thomas/

Die Kulturflüsterin

PR-Managerin I kulturbegeistert I Theater, Film, Fernsehen, Kunst I Social Media I Digitale Geschichtenerzählerin

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