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Kunst und KI: Die neue App True Size of the Art

Der Hirmer Verlag hat mit True Size of Art eine neue, browserbasierte App entwickelt, mit der man Kunst digital entdecken und spannende Details aus dem Leben und Schaffen von Künstler*innen erfahren kann.

Ich beginne mit der Frage aller Fragen: „Was wolltest du mit deiner Kunst erreichen, lieber Franz Marc?“ Und Franz antwortet:

Franz ist nicht genervt, sondern im Gegenteil sehr höflich, als ich mit ihm gemeinsam mein Wissen über den Kubismus noch einmal auffrischen will. Und auch ansonsten ist er um keine Antwort verlegen, wenn es um seinen künstlerischen Werdegang geht. Ich möchte von ihm wissen, wie seine Anfänge als Künstler waren – und frage ihn Folgendes:

Ich erhalte eine wichtige und spannende Detailinformation aus seinem Leben – und bekomme ein wunderschönes Bild aus der frühen Schaffensphase von Franz Marc zugeschickt, das ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ich bitte nun die KI, mir eine neue Frage für Franz vorzuschlagen:

Und bekomme auf die Frage nach der Lovestory seines Lebens mehr Einblick in Franz Marcs Ehe mit Maria Franck (1876-1955), die wie er ebenfalls künstlerisch tätig war.

Nun möchte ich es genau wissen und prüfe die KI auf ihre Inklusionstauglichkeit, die auf der Website von True Size of Art extra erwähnt wird. Den ersten Erklärungsversuch, was die Beziehung von Franz Marc und Maria Franck ausmachte, in leichter Sprache empfinde ich immer noch als zu schwer mit einer Beschreibung wie: „Daran sieht man, dass ich damals begann, anders zu malen als nur ganz naturgetreu. Das war ein Schritt hin zu meiner späteren stärkeren und ausdrucksvolleren Malweise“. Ich bitte die KI, sich noch leichter verständlich auszudrücken – und bekomme diese sehr gut verständliche Antwort von Franz:

Ich versuche die KI noch ein bisschen mehr herauszufordern – und schreibe ihr, dass ich aufgrund meiner Erblindung die Texte leider nicht lesen kann. Nun beginnt die Kommunikation mit Franz zum ersten Mal zu stocken – die KI wirkt etwas überfordert mit meiner Anfrage, wie ich die geschriebenen Texte am besten abhören kann. Und verweist darauf, dass man mir die Texte am besten vorlesen solle – und Erkundigungen beim Franz Marc Museum in Kochel am See einholen solle, wie es um die Barrierefreiheit im Museum steht. Ein Punkt, an dem die KI künftig lernen könnte, noch besser mit ihrem Gegenüber zu kommunizieren.

Die Besucherinnen und Besucher des Franz Marc Museums haben aktuell die Möglichkeit, einen Live-App-Test im Museum durchzuführen und die True Size of Art App bei ihrem Museumsbesuch kostenfrei zu nutzen – und ihren Besuch so sehr individuell mit Informationen zu den Kunstwerken und den Künstlern anzureichern, die für sie besonders relevant sind.

Die Vorteile der App: Die browserbasierte Anwendung ist mehrsprachig, ohne Installation nutzbar und passt Inhalte an unterschiedliche Wissensniveaus an. So macht sie Kunst zugänglicher, interaktiver und individueller erlebbar.

Ich bin sehr begeistert von dieser neuen Art der digitalen Kunstvermittlung: Aber gleichzeitig auch etwas skeptisch, ob der spielerische Umgang mit dem Künstler Franz Marc und seinen Kunstwerken auch Menschen erreiche kann, die sich nicht schon wie ich ein bestimmtes Wissen über Marc und die Gruppe Blauer Reiter angeeignet haben.

Im Museum selbst sollte meiner Meinung nach weiterhin das unmittelbare Erleben der Kunst im Fokus stehen. Umso schöner, dass sich True Size of Art auch schon zu Hause nutzen lässt: So kann man vorab in die Geschichten hinter den Werken eintauchen und sich im Museum ganz auf die Kunst konzentrieren.


Mehr Infos zur True Size of Art-App: 
https://www.truesizeofart.com/

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Von Die Kulturflüsterin

PR-Managerin I kulturbegeistert I Theater, Film, Kunst | Digitale Geschichtenerzählerin

Eine Antwort auf „Kunst und KI: Die neue App True Size of the Art“

Mit Franz Marc zu chatten, bevor man vor seinen Bildern steht, hat Charme.

Wenn die KI anschließend an der simplen Frage nach dem Vorlesen scheitert, erinnert sie immerhin daran, wer hier noch übt. 🦌

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